Hupend haben sie am frühen Donnerstagmorgen Brüssel erreicht: Hunderte Landwirte sind mit ihren Traktoren in die belgische Hauptstadt gerollt. Im Regierungsviertel brannte Heu, Bauern zündeten Pyrotechnik und warfen Eier gegen EU-Gebäude.
Kevin Bertens, Landwirt, »Wir protestieren heute gegen die vielen Vorschriften aus Europa. Es sind zu viele, um normale Landwirtschaft zu betreiben.«
»Ihr braucht uns, also helft uns. Wir brauchen Hilfe für ein normales Leben.«
Mehr als 1000 Fahrzeuge erwarteten die Landwirte beim Brüsseler EU-Gipfel. In der Woche zuvor hatten die Bauern bereits in zahlreichen EU-Ländern protestiert. In Frankreich blockierten sie alle acht Autobahnen nach Paris. Die Polizei sicherte den größten Lebensmittelmarkt Europas südlich der Hauptstadt mit gepanzerten Fahrzeugen.
Auch in Deutschland, Italien, Spanien und Portugal protestierten Bauern, hier in Griechenland am Rande der Autobahnen.
Vassilis Platis, Landwirt: »Wir nehmen hier an einer nationalen und einer gesamteuropäischen Anstrengung teil. Es geht um das Überleben der Landwirte. Wir kämpfen gegen praktische, offensichtliche Probleme.«
Die Landwirte haben bereits ein Entgegenkommen der Politik erreicht: Die Europäische Kommission kündigte an, sie vor Billigexporten aus der Ukraine während des Krieges zu schützen. Außerdem will die Kommission Bauern erlauben, Brachflächen zu nutzen, die ursprünglich wegen Umweltauflagen freibleiben sollten.