Gescheiterte Hinrichtung Christa Pike kann laut Anwalt wieder gehen
Christa Pike am 12. Januar 2023
Foto: Tennessee Department of Correction / APNach Angaben ihres Anwalts kann die zum Tode verurteilte Christa Pike gut eine Woche nach der gescheiterten Hinrichtung im US-Bundesstaat Tennessee wieder aufstehen und gehen. Die 50-Jährige habe sich erstmals in ihrem Krankenhauszimmer bewegt, sagte ihr Anwalt Stephen Ferrell dem britischen Sender BBC unter Berufung auf Menschen, die mit Pike Kontakt hatten. Sie sei geistig weiterhin »etwas benommen« und verliere leicht den Faden. Ihre Arme seien noch schwer verletzt und kaum zu gebrauchen. Ob sie bleibende Schäden davonträgt, sei derzeit unklar. Ferrell gehe zwar davon aus, dass sich ihr Zustand weiter verbessern werde, könne dauerhafte Folgen aber nicht ausschließen.
Zudem ordnete ein Gericht in Tennessee am Mittwoch an, sämtliche Beweismittel im Zusammenhang mit der gescheiterten Hinrichtung aufzubewahren. Ob der Bundesstaat einen neuen Hinrichtungstermin anstreben will, ist bislang offen. Der republikanische Gouverneur Tennessees, Bill Lee, hat weitere Hinrichtungen zunächst bis zum Jahresende ausgesetzt und eine unabhängige Untersuchung des Falls angeordnet.
Nach Angaben der Behörden hatte Pike am Mittwochabend der vergangenen Woche die im Hinrichtungsprotokoll vorgesehenen zwei Dosen Pentobarbital erhalten. Dennoch überlebte sie. Anschließend wurde sie bewusstlos in ein Krankenhaus gebracht. Zu Beginn dieser Woche war sie wieder zu Bewusstsein gekommen und hatte begonnen zu sprechen.
Pike war 1996 für den Mord an der damals 19-jährigen Colleen Slemmer zum Tode verurteilt worden. Sie selbst war zur Tatzeit 18 Jahre alt. Slemmer war 1995 in einem abgelegenen Gebiet nahe der Universität von Tennessee in Knoxville über längere Zeit gefoltert und schließlich getötet worden.
Nach Angaben ihrer Anwälte ist Christa Pike die erste bekannte Person in den USA, die einen »vollständig durchgeführten Hinrichtungsversuch« überlebt hat.