In der Nacht zu Donnerstag gingen in mehreren Vororten von Havanna Hunderte wütende Kubanerinnen und Kubaner auf die Straße, um gegen die Energiekrise zu protestieren. In der Hauptstadt Kubas leben die Menschen laut eigenen Angaben teils bis zu 22 Stunden am Tag ohne Strom, auch Lebensmittel und Trinkwasser seien knapp.
Rodolfo Alfonso, Anwohner:
»In meinem Umfeld gibt es viele ältere Menschen, von denen viele bettlägerig sind. Es gibt viele Kinder und das Essen in den Kühlschränken verdirbt, das bisschen, das es überhaupt gibt. Man weiß, was in diesem Land passiert – gar nichts. Das hat uns motiviert, rauszugehen und zu sehen, ob sie uns wenigstens drei Stunden Strom geben, selbst wenn wir nur auf Töpfe schlagen.«
An den Zapfsäulen geht nichts mehr: Die Treibstoffversorgung in Kuba ist nach der monatelangen US-Blockade völlig zum Erliegen gekommen. Auch das nationale Stromnetz befindet sich laut der Behörden in einem »kritischen« Zustand.
Weder Mexiko noch Venezuela – bislang Kubas wichtigste Öllieferanten – haben seit einer Anordnung von Donald Trump Treibstoff an die Insel geliefert. Kuba führt trotz der Blockade weiterhin Verhandlungen über den Import. Doch Trump drohte in der Vergangenheit jedem Land mit Zöllen, das Treibstoff an den kommunistisch geführten Staat exportiert.
Kuba leidet unter der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Trumps Regierung forderte wiederholt wirtschaftliche und politische Reformen in Kuba. Zugleich erwog der US-Präsident öffentlich, die Karibikinsel »zu übernehmen«. Die Vereinten Nationen hatten die Ölblockade der USA vergangene Woche als rechtswidrig verurteilt.