Großbritannien in der Corona-Krise: Boris Johnson spricht von "absolutem Albtraum" - DER SPIEGEL
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Großbritannien Johnson nennt Coronakrise "absoluten Albtraum" - und verbittet sich Kritik

Kein europäisches Land hat so viele Corona-Tote zu beklagen wie Großbritannien. Premierminister Johnson spricht von einem "Desaster", will die Fehleranalyse aber aufschieben.
Boris Johnson auf einer Baustelle in London
Boris Johnson auf einer Baustelle in London

Boris Johnson auf einer Baustelle in London

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TOBY MELVILLE/ REUTERS

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Die Corona-Pandemie hat Großbritannien hart getroffen, fast 44.000 Menschen sind dort nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität bereits nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Premierminister Boris Johnson ist sich der fatalen Auswirkungen bewusst – und räumt nun ein, dass die Krise ein "Desaster" für sein Land ist.

"Nehmen wir kein Blatt vor den Mund, das ist ein absoluter Albtraum für unser Land", sagte Johnson im Sender Times Radio. Großbritannien habe einen tief greifenden Schock erlitten.

Die Regierung sei es den Todesopfern und Erkrankten schuldig, zu prüfen, "was wann falsch gelaufen ist", sagte Johnson. Allerdings sei jetzt nicht der Moment, um darauf viel Zeit zu verwenden. Der Premier versprach massive öffentliche Investitionen im Stile des "New Deal" des früheren US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt. "Für Großbritannien ist es an der Zeit, nach dem Vorbild Roosevelts vorzugehen", sagte Johnson. Er kündigte unter anderem eine Plattform an, die Unternehmen Anreize für Investitionen und Weiterbildungsoffensiven liefern soll.

Der Vorsitzende der oppositionellen Labourpartei, Keir Starmer, kritisierte Johnson scharf. Der Premierminister scheine am Steuer eingeschlafen zu sein, sagte Starmer dem Sender ITV. Johnson sei langsam gewesen, seine Kommunikation schrecklich.

"Es fing an zu bröckeln, als Dominic Cummings eine lächerliche Verteidigung für sein Verhalten im Nordosten vorgebracht hat", sagte der Labourchef mit Blick auf die viel kritisierte Reise von Johnsons Berater Cummings. Die Regierung habe es auch versäumt, die Basis für das Testen, Nachverfolgen und Isolieren von Corona-Fällen zu schaffen, sagte Starmer.

mes/Reuters