Sie ist die erste freigelassene Geisel mit US-amerikanischer Staatsbürgerschaft: Die vierjährige Avigail kam am Sonntag frei.
Joe Biden, US-Präsident:
»Sie hat ihren vierten Geburtstag und mindestens 50 Tage davor als Geisel der Hamas erlebt. Heute ist sie freigekommen und meine Frau und ich beten gemeinsam mit vielen Amerikanern dafür, dass es ihr besser gehen wird. Sie ist jetzt frei und befindet sich in Israel.«
Das Weiße Haus teilte mit, dass das Mädchen schwer traumatisiert sei. Bei dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober habe es mit ansehen müssen, wie seine Eltern getötet wurden. Anschließend wurde die damals Dreijährige von den Terroristen verschleppt.
Am Tag vor dem Ablauf einer viertägigen Feuerpause ließ die radikalislamische Terrororganisation Hamas insgesamt 17 weitere Geiseln frei. Am Sonntagabend nahm die israelische Armee nach eigenen Angaben 13 israelische Geiseln in Empfang – neun Kinder und vier Frauen.
Auch die dritte Geiselfreilassung wurde in Israel wieder frenetisch gefeiert. Jubelnde Menschen strömten zu Fuß und in Autos zum Stützpunkt Hatzerim im Süden des Landes – der ersten Station der Geiseln nach ihrer Freilassung.
Im Westjordanland feierten Palästinenser die Rückkehr freigelassener Häftlinge. Bisher wurden 177 Palästinenser aus israelischer Haft entlassen – im Gegenzug kamen 58 Geiseln frei, darunter acht deutsche Doppelstaatsbürger.
Am Montag könnten weitere Menschen auf beiden Seiten Freiheit erlangen. Die Hamas und Israel haben ersten Medienberichten dazu in der Nacht entsprechende Namenslisten ausgetauscht. Israels Regierungschef Netanyahu signalisierte am Sonntag grundsätzlich Bereitschaft, die Feuerpause zu verlängern. Demnach sehe ein Abkommen mit der Hamas vor, die Kampfpause aufrechtzuerhalten – im Gegenzug für die Freilassung von jeweils zehn weiteren Geiseln pro Tag. Auch die Hamas strebt nach eigener Darstellung eine Verlängerung der Feuerpause an.
So groß die Freude über jede Freilassung auch ist – noch immer befinden sich rund 180 Menschen in der Gewalt der Hamas-Terroristen. Eine längere Feuerpause – und weitere ausgehandelte Freilassungen – wären nicht nur für sie ein Hoffnungsschimmer. Sie könnte auch für die Lieferung humanitärer Hilfe für die notleidende Zivilbevölkerung im Gazastreifen genutzt werden. Seit Freitag erreichten nach UN-Angaben 248 Lastwagen mit Hilfsgütern den abgeriegelten Küstenstreifen – viel mehr als während der Kämpfe.