Islamistische Anschläge von Brüssel: Belgien gedenkt der Opfer am fünften Jahrestag - DER SPIEGEL
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Fünf Jahre nach Attentaten Belgien gedenkt der Opfer der islamistischen Anschläge von Brüssel

Heute vor fünf Jahren erschütterten mehrere islamistische Attentate die Stadt – zum Jahrestag hat Brüssel der Opfer gedacht. Das Land sei »nicht mehr dasselbe seit diesen Anschlägen«, sagte der damalige Regierungschef.
Angehörige legen weiße Rosen auf dem Denkmal für die Opfer der Terroranschläge vom 2016 nieder
Angehörige legen weiße Rosen auf dem Denkmal für die Opfer der Terroranschläge vom 2016 nieder

Angehörige legen weiße Rosen auf dem Denkmal für die Opfer der Terroranschläge vom 2016 nieder

Foto: Pool Benoit Doppagne / dpa
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Belgien hat am fünften Jahrestag der islamistischen Anschläge in Brüssel der Opfer gedacht. »Vor fünf Jahren ist das Undenkbare passiert«, sagte Regierungschef Alexander De Croo am Montag bei einer Gedenkzeremonie am Mahnmal für Terrorismusopfer im Brüsseler Europaviertel. »Eine Vielzahl von Existenzen wurde für immer auf den Kopf gestellt.« Bei den Anschlägen waren 32 Menschen getötet und mehr als 340 verletzt worden.

Am 22. März 2016 hatten sich zunächst am Brüsseler Flughafen Zaventem zwei Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Ein weiterer Angreifer zündete später in der U-Bahn-Station Maelbeek unweit der Europäischen Institutionen seinen Sprengsatz. Die Ermittlungen ergaben einen islamistischen Hintergrund und Verbindungen zur Dschihadistenmiliz »Islamischer Staat« (IS).

Eine Schweigeminute um 7.58 Uhr

De Croo und das belgische Königspaar Philippe und Mathilde besuchten am Montagmorgen die beiden Anschlagsorte. Die erste Gedenkveranstaltung in der Eingangshalle des Flughafens begann mit einer Schweigeminute um 7.58 Uhr – dem Zeitpunkt, als sich dort die erste Explosion ereignete. Vom Flughafen aus begaben sich das Königspaar und der Regierungschef zur U-Bahn-Station Maelbeek, wo der Angriff um 9.11 Uhr stattgefunden hatte.

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An beiden Anschlagsorten führten sie Gespräche mit Überlebenden und Angehörigen von Opfern. Wegen der Coronapandemie war die Zahl der Teilnehmer stark begrenzt. Bei der Gedenkzeremonie im Europaviertel, die im Fernsehen übertragen wurde, kamen von den Anschlägen Betroffene selbst zu Wort.

Der damalige belgische Regierungschef und heutige EU-Ratspräsident Charles Michel sagte, er sei noch immer »gezeichnet« von den Ereignissen. Belgien habe »seit dem Zweiten Weltkrieg keine derartigen Gewalttaten erlebt«. Dieser »furchtbare Schock« habe dauerhafte Spuren hinterlassen. »Unser Land ist nicht mehr dasselbe seit diesen Anschlägen«, so Michel.

Urteile nicht vor Ende 2022

Den Ermittlern zufolge sind die Angriffe derselben Terrorzelle anzulasten wie die Anschläge in Paris wenige Monate zuvor. Am 13. November 2015 hatten islamistische Angreifer dort bei einer Anschlagsserie 130 Menschen getötet.

Der einzige überlebende Attentäter der Paris-Anschläge, der in Belgien aufgewachsene Salah Abdeslam, wurde im März 2016 im Brüsseler Vorort Molenbeek festgenommen. Vier Tage später setzten seine mutmaßlichen Komplizen ihre Anschlagspläne in die Tat um. Die Ermittler gehen davon aus, dass Abdeslams Festnahme dies beschleunigt hatte.

Unter anderem wegen der Überschneidungen mit den Ermittlungen der französischen Behörden ist die juristische Aufarbeitung der Brüsseler Anschläge noch längst nicht abgeschlossen. Die belgische Justiz entschied Anfang dieses Jahres, zehn Männern wegen direkter Beteiligung oder Vorbereitung der Angriffe den Prozess zu machen. Das Verfahren wird wohl erst nach Abschluss des Prozesses in Frankreich beginnen, der wiederum im September beginnen soll. Mit Urteilen wird in Belgien nicht vor Ende nächsten Jahres gerechnet.

ire/AFP