Teherans Atomprogramm Israel greift Iran an
Teheran: Nach einer Explosion steigt in der iranischen Hauptstadt Rauch auf
Foto: Vahid Salemi / AP / dpaIsrael hat nach Angaben seines Verteidigungsministers Ziele in Iran angegriffen. »Nach dem Präventivschlag des Staates Israel gegen Iran wird in unmittelbarer Zukunft ein Raketen- und Drohnenangriff gegen den Staat Israel und seine Zivilbevölkerung erwartet«, teilte Israel Katz am Freitag mit. In Israel wurde der Ausnahmezustand verhängt.
Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete unter Berufung auf israelische Militärvertreter, dass nukleare und militärische Ziele in Iran angegriffen worden seien. Dutzende Militärflugzeuge seien an der Aktion beteiligt gewesen, teilten die israelischen Streitkräfte mit.
𝐓𝐡𝐞 𝐈𝐃𝐅 𝐥𝐚𝐮𝐧𝐜𝐡𝐞𝐝 𝐚 𝐩𝐫𝐞𝐞𝐦𝐩𝐭𝐢𝐯𝐞, 𝐩𝐫𝐞𝐜𝐢𝐬𝐞, 𝐜𝐨𝐦𝐛𝐢𝐧𝐞𝐝 𝐨𝐟𝐟𝐞𝐧𝐬𝐢𝐯𝐞 𝐭𝐨 𝐬𝐭𝐫𝐢𝐤𝐞 𝐈𝐫𝐚𝐧'𝐬 𝐧𝐮𝐜𝐥𝐞𝐚𝐫 𝐩𝐫𝐨𝐠𝐫𝐚𝐦.
— Israel Defense Forces (@IDF) June 13, 2025
Dozens of IAF jets completed the first stage that included strikes on dozens of military targets, including… pic.twitter.com/vtx98P9564
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Iranische Staatsmedien berichten über mehrere Explosionen rund um die Hauptstadt Teheran. Auch Augenzeugen bestätigten, dass laute Explosionsgeräusche zu hören waren. Videos des staatlichen Rundfunks zeigten Rauchschwaden in Wohngebieten. Der Betrieb am Hauptstadtflughafen wurde bis auf Weiteres gestoppt. Ein Reporter im Staatsfernsehen sagte, er habe bereits mehrere Todesopfer gesehen. An der Atomanlage Natans im Zentrum der Islamischen Republik stieg Rauch auf, wie das Staatsfernsehen verkündete. Unabhängig überprüfen ließen sich diese Angaben nicht.
Iranischen Angaben zufolge wurde bei dem israelischen Angriff auch Hossein Salami, Kommandeur der Revolutionswächter, getötet.
Israels Premier Benjamin Netanyahu erklärte, dass die Militäroperation »Rising Lion« so lange dauern würde, wie nötig. Er sprach von mehreren Tagen. Es gehe darum, »die iranische Bedrohung für das Überleben Israels zurückzudrängen«. Bei den ersten Angriffen habe man »das Herzstück« des iranischen Programms zur Anreicherung von Atomwaffen getroffen. Die Angriffe richteten sich nicht gegen das iranische Volk, sondern gegen »Irans Diktatur«.
»Gemeinsam sind wir stark«
Ein israelischer Militärvertreter sagte in einem Pressebriefing, dass Iran über genug hochangereichertes Nuklearmaterial verfüge, »um innerhalb von Tagen 15 Bomben herzustellen. Wir nähern uns einem Point of no Return, sodass wir gezwungen waren zu handeln. Sonst haben wir bald Massenvernichtungswaffen, die auf Israel gerichtet sind.«
Rafi Milo, Kommandant des israelischen Heimatschutzkommandos, rief die Bürger in Israel dazu auf, Schutz vor möglichen iranischen Gegenangriffen zu suchen. »Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Sie sich so gut wie möglich in Sicherheit bringen, sei es in Ihrem Privathaushalt oder in öffentlichen Räumen.« Israel stehe vor schwierigen Tagen. »Gemeinsam sind wir stark und bereit, den Staat Israel zu verteidigen.«
Auch Eyal Zamir, Chef des Generalstabs der israelischen Armee, wandte sich mit emotionalen Worten an die Bürger: »Wir müssen für unsere Existenz kämpfen, die Freiheit wurde denen gegeben, die bereit sind, dafür zu kämpfen.«
Das Ministerium für Gesundheit erklärte, dass alle Krankenhäuser angewiesen worden seien, ihre Alarmstufe auf die höchste zu setzen. Ambulante Versorgungen würden bis auf Weiteres nicht durchgeführt.
Israels Behörden schlossen den Luftraum. »Der Luftraum ist bis auf Weiteres für Starts und Landungen gesperrt«, erklärte das israelische Verkehrsministerium am Freitagmorgen. Die Flughafenbehörden riefen Reisende auf, den internationalen Flughafen Ben Gurion nahe Tel Aviv zu meiden.
Trump warnte noch kurz vor dem Angriff
US-Präsident Donald Trump hatte Israel dazu aufgefordert, Angriffe auf iranische Atomanlagen angesichts der laufenden Verhandlungen über ein Atomabkommen mit Teheran zu unterlassen. »Wir stehen kurz vor einer ziemlich guten Einigung«, sagte Trump am Donnerstag vor Journalisten. Er warnte vor einem »massiven Konflikt« in der Region, falls Israels Regierungschef Netanyahu bereits geäußerte Erwägungen über einen Angriff auf iranische Atomanlagen in die Tat umsetzen würde.
Rubio: Keine Beteiligung der USA
»Ich will nicht, dass sie reingehen, weil ich glaube, es könnte alles vermasseln«, sagte Trump und bezog sich dabei auf ein mögliches Abkommen mit Teheran. Ein israelischer Angriff sei nicht ausgeschlossen, sagte der US-Präsident. »Ich möchte nicht sagen, dass er unmittelbar bevorsteht, aber es sieht so aus, als ob es etwas ist, das sehr wohl passieren könnte.«
Später bekräftigte Trump noch einmal sein Streben nach einer Verhandlungslösung. »Wir setzen uns weiterhin für eine diplomatische Lösung ein«, schrieb Trump am Donnerstag in seinem Onlinedienst Truth Social. »Meine gesamte Regierung ist angewiesen, mit Iran zu verhandeln.« Teheran müsse aber »die Hoffnung vollständig aufgeben, eine Atomwaffe zu erlangen«.
US-Außenminister Marco Rubio erklärte am Donnerstagabend (Ortszeit), dass die USA nicht an dem israelischen Militärschlag beteiligt seien. »Unsere oberste Priorität ist der Schutz der amerikanischen Streitkräfte in der Region.« Er fügte hinzu: »Lassen Sie es mich klar sagen: Iran sollte keine US-Ziele oder Personal angreifen.«