Handyaufnahmen aus dem nördlichen Gazastreifen: Zivilisten suchen Schutz vor Rauch und Explosionen in einer zum Notquartier umfunktionierten Schule des UN-Hilfswerks UNRWA. Das Video wurde von einem palästinensischen Instagram-User hochgeladen. Dieser behauptet immer wieder, es handle sich um einen Angriff mit weißem Phosphor. Experten zufolge gebe es aber keine Anzeichen dafür, dass Israel die geächteten Waffen einsetze. Das Video zeige Rauchgranaten.
Die Nachrichtenagentur Reuters konnte den Ort der Aufnahmen verifizieren. Das UNRWA bestätigte in einer offiziellen Erklärung, dass die Unterkunft am Donnerstag angegriffen wurde und ein Kind ums Leben gekommen sei. Die Schule sei eine von vier Unterkünften des Hilfswerks, die in 24 Stunden beschädigt wurden.
Die Angriffe des israelischen Militärs konzentrieren sich zunehmend auf den Norden des Gazastreifens. Israel hat die Zivilbevölkerung wiederholt aufgefordert, das Gebiet Richtung Süden zu verlassen. Im dicht besiedelten Küstenstreifen gibt es allerdings kaum noch sichere Zufluchtsorte.
Stephane Dujarric, UN-Sprecher:
»Das UN-Hilfswerk berichtet, dass etwa 690.000 Binnenvertriebene in 149 Einrichtungen im Gazastreifen untergebracht sind. Schätzungsweise 160.000 sind in 57 Unterkünften im nördlichen Teil des Gazastreifens und in Gaza-Stadt untergebracht. Das UNRWA ist jedoch nicht mehr in der Lage, die Menschen dort zu versorgen.«
Laut eigenen Angaben habe Israels Armee Gaza-Stadt mittlerweile eingekreist. Dabei sei sie auf erbitterten Widerstand der Hamas gestoßen, die ihren Hauptsitz in der Stadt hat. Die Terroristen beziehen bewusst Stellung in der Nähe und in Tunneln unterhalb von Schulen, Krankenhäusern und Notunterkünften.
Im Kreuzfeuer der Bodenoffensive: mehr als zwei Millionen Palästinenserinnen und Palästinenser. Die Vereinten Nationen haben am Donnerstag erneut eine humanitäre Waffenruhe gefordert. Nur so könne Hilfe jene erreichen, die sie am dringendsten bräuchten.