Krieg in der Ukraine: Kreml hält Friedensverhandlungen im Oktober für möglich - DER SPIEGEL
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Russlands Angriffskrieg Kreml hält offenbar Ukrainegespräche noch im Oktober für möglich

Russland deutet Gesprächsbereitschaft an: Der Kreml hält Verhandlungen noch im Oktober für möglich. Nach SPIEGEL-Informationen könnte Moskau von einer entscheidenden Vorbedingung für Gespräche abrücken.
US-Unterhändler Kushner und Witkoff bei ihrem jüngsten Treffen mit Russlands Präsidenten Putin in Moskau
US-Unterhändler Kushner und Witkoff bei ihrem jüngsten Treffen mit Russlands Präsidenten Putin in Moskau

US-Unterhändler Kushner und Witkoff bei ihrem jüngsten Treffen mit Russlands Präsidenten Putin in Moskau

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Gavriil Grigorov / Sputnik Kremlin / AP

Russland hält neue dreiseitige Gespräche mit der Ukraine und den USA zum Ukrainekrieg noch in diesem Herbst für möglich. »Wir schließen eine solche Möglichkeit nicht aus«, sagte Kremlsprecher Dmitrij Peskow am Sonntag nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen. Er fügte hinzu: »Wir können den Oktober nicht ausschließen.« Es gehe um die »absehbare Zukunft«.

Schon Anfang der Woche hatte sich Russland offen gezeigt für eine Wiederaufnahme gemeinsamer Gespräche mit der Ukraine und den USA. Es sei aber noch zu früh, über einen möglichen Ort oder genaue Termine zu sprechen, hatte Peskow am Montag gesagt. Die beiden US-Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff waren zuvor nach Russland und in die Ukraine gereist, um beiden Seiten neue Vorschläge für eine Beendigung des Konflikts vorzulegen.

Was haben Trumps Emissäre erreicht?

Nach SPIEGEL-Informationen könnten Gespräche zwischen der Ukraine und Russland in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten stattfinden. Mehrere an den Vorgesprächen beteiligte Diplomaten sagten, Russlands Präsident Putin habe bei dem Treffen mit den US-Emissären Witkoff und Kushner Bereitschaft für einen neuen Anlauf zu ernsthaften Verhandlungen gezeigt. Die jeweiligen Sicherheitsberater aus Moskau und Kyjiw könnten demnach gemeinsam mit Vertretern von Großbritannien, Frankreich und Deutschland ausloten, ob ein neuer Anlauf Sinn ergibt.

Kushner und Witkoff berichteten dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj von den Gesprächen in Moskau, Putin habe angedeutet, von bisherigen Positionen womöglich abzurücken. So hieß es, Putin bestehe nicht mehr darauf, dass die Ukraine vor Friedensgesprächen den gesamten Donbass in der Ostukraine an Russland abtritt. Bislang hatte Moskau dies als Vorbedingung für neue Gespräche genannt. Die Ukraine lehnt das kategorisch ab. Das Territorium ist ukrainisches Staatsgebiet, wird von ukrainischem Militär kontrolliert und umfasst umfangreiche Verteidigungsstellungen.

Ob Putin das Gesprächsangebot ernst meint, wollte in den vergangenen Tagen keiner der beteiligten europäischen Diplomaten beschwören. Möglich sei auch, dass der russische Präsident lediglich Zeit gewinnen will, um die Ukraine militärisch weiter unter Druck zu setzen und möglicherweise auch an der Front weitere Geländegewinne zu erreichen.

Nachdem Russland und die Ukraine während der Reisen der US-Unterhändler nach Moskau und Kyjiw eine kurze Feuerpause vereinbart hatten, setzte Moskau seine Angriffe zuletzt mit unveränderter Härte fort. Durch die Masse an ballistischen Raketen und Drohnen ist die Ukraine kaum noch in der Lage, die Angriffe per Flugabwehr abzufangen.

Selenskyj will Putin treffen

Die USA versuchen seit Trumps Wiedereinzug ins Weiße Haus, ein Ende des seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden Ukrainekriegs zu erreichen. Bisherige Gesprächsrunden brachten jedoch keinen Durchbruch.

Ein Treffen von Russlands Staatschef Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj beim G20-Gipfel im Dezember in den USA schloss Peskow am Samstag aus. Eine solche Begegnung könne nur in der russischen Hauptstadt stattfinden, sagte er.

Selenskyj hatte sich in einem Interview mit der Deutschen Welle zu einem Treffen mit Putin in Miami bereit erklärt. Russland führt seit Februar 2022 eine groß angelegte Offensive in der Ukraine. Die ukrainische Armee reagiert mit Angriffen auf Ziele in Russland.

mgb/beb/afp