Beliebtes Rezept Kanadischer TikToker verursacht Gurkenkrise auf Island
Rezepte eines kanadischen TikTokers haben offenbar zu einem Mangel an Gurken auf Island geführt. »Wir haben um den 5. August herum begonnen, diesen Trend zu beobachten«, sagte Gudrún Adalsteinsdóttir von der Supermarktkette Krónan dem SPIEGEL zur deutlich erhöhten Nachfrage nach Gurken, über die zuvor unter anderem die »New York Times« und die britische BBC berichteten. Normalerweise beziehe man 99 Prozent des Gemüses aus isländischen Gewächshäusern. »Wegen der aktuellen Knappheit importieren wir jedoch auch Gurken aus Holland.«
Als ein Verursacher der starken Nachfrage gilt der TikToker Logan Moffitt, der auch als »cucumber guy«, also »Gurkentyp«, bekannt ist. Moffitt veröffentlichte in den vergangenen Wochen zahlreiche Gurkenrezepte, darunter auch einen besonders populären Salat mit Sesamöl und Reisessig. »Der Gurkensalat-Trend hat die Nachfrage in die Höhe getrieben«, berichtet Adalsteinsdóttir. »Viele Influencer in Island haben ihre eigenen Inhalte erstellt, in denen sie ihre Interpretation des Salats zeigen, und viele folgen diesem Beispiel.«
@logagm New cucumber recipe alert🚨
♬ original sound - Logan
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Eine Vermarktungsgesellschaft isländischer Gemüsebauern bestätigte gegenüber der BBC , man könne die hohe Nachfrage derzeit nicht befriedigen. Als Ursache nannte sie neben den TikTok-Videos jedoch auch einen saisonalen Wechsel von Pflanzen bei vielen Anbauern sowie das Ende der Sommerferien, das ebenfalls zu einer erhöhten Nachfrage führe. Auch die Supermarktkette Hagkaup erklärte gegenüber dem Sender, in dieser Jahreszeit komme es häufig zu Engpässen bei isländischen Gurken.
Auch Eiskaffee wurde schon knapp
Dass Moffitt die Knappheit in jedem Fall mitverursacht hat, scheint sich auch an anderen Produkten aus seinen Rezepten zu zeigen. »Es gibt nicht nur eine Knappheit an Gurken, sondern auch einen drastischen Anstieg bei verwandten Produkten wie Sesamöl, Reisessig und Fischsauce«, sagte Adalsteinsdóttir.
Der Krónan-Vertreterin zufolge ist es nicht das erste Phänomen dieser Art. So habe ein Social-Media-Trend auch schon die Nachfrage nach Eiskaffee steigen lassen. »Die Isländer bleiben gern auf dem Laufenden, und die sozialen Medien sind eine gute Möglichkeit, um zu sehen, was gerade angesagt ist«, so Adalsteinsdóttir. »Diese plötzliche Popularität unterstreicht, wie wichtig es ist, mit den Trends in den sozialen Medien Schritt zu halten, auch wenn es bei so plötzlichen und unerwarteten Trends schwierig sein kann, den Bestand zu verwalten.«