Wladimir Putin: Mark Rutte rügt Abwesenheit bei Gesprächen als »Fehler« - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Verhandlungen in Istanbul Nato-Generalsekretär rügt Putins Abwesenheit bei Gesprächen als »Fehler«

Eine Woche des diplomatischen Tauziehens, nun kommen in der Türkei Russland und die Ukraine zu Gesprächen zusammen. Die wichtigsten Köpfe fehlen allerdings. Nato-Generalsekretär Rutte sieht die Schuld beim Kreml.
Nato-Generalsekretär Mark Rutte, hier in Antalya
Nato-Generalsekretär Mark Rutte, hier in Antalya

Nato-Generalsekretär Mark Rutte, hier in Antalya

Foto: Erdem Sahin / EPA

Erst schlug Kremlchef Wladimir Putin »direkte Gespräche« vor, dann schickte er nur eine zweitrangige Delegation. Am Ende bleibt auch sein ukrainischer Gegenpart Wolodymyr Selenskyj fern. In der Türkei kommen nun Russland und die Ukraine ohne wirkliche Verhandlungsmacht zusammen. Nato-Generalsekretär Mark Rutte sieht das vor allem als Versäumnis Putins.

»Putin hat mit der Entsendung einer Delegation auf niedriger Ebene einen Fehler gemacht«, sagte Rutte am Rande eines Treffens mit Staats- und Regierungschefs in der albanischen Hauptstadt Tirana.

»Der Ball ist eindeutig in seinem Feld«, fügte Rutte mit Blick auf den russischen Präsidenten hinzu. Er lobte zugleich die Bemühungen der US-Regierung von Präsident Donald Trump für Verhandlungen im russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. »Sie übernehmen eindeutig eine Führungsrolle«, sagte Rutte in Tirana.

»Er spielt Spielchen«

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas betonte bei dem Treffen, Putin habe kein Interesse an einem dauerhaften Frieden. »Er spielt Spielchen«, sagte sie in Tirana. Das zeige, dass es der Kreml nicht ernst meint.

An dem Treffen der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) in Tirana nahmen die Staats- und Regierungschefs aus 47 europäischen Ländern teil, für Deutschland reist Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) an. In den Gesprächen soll es vorrangig um die Sicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit Europas gehen, am Rande aber auch um die Lage in der Ukraine.

Diese wird zur Stunde hauptsächlich in Istanbul verhandelt, dort haben am Vormittag die ersten Gespräche begonnen. US-Außenminister Marco Rubio traf sich mit seinen Kollegen aus der Türkei und der Ukraine und weiteren hochrangigen Diplomaten, wie es aus türkischen Verhandlungskreisen hieß. Vertreter der Ukraine trafen sich mit Verhandlern aus europäischen Staaten, den USA und der Türkei.

Später sollte es unter türkischer Vermittlung erstmals seit drei Jahren wieder direkte Gespräche zwischen Vertretern der Ukraine und Russlands geben: Unter Vermittlung der Türkei und der USA wollen die beiden Kriegsparteien über eine Waffenruhe und eine Friedenslösung verhandeln.

Die Gespräche hätten eigentlich bereits am Donnerstag beginnen sollen, waren aber verschoben worden, nachdem Putin eine Teilnahme abgelehnt hatte – und Selenskyj daraufhin nach einem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan ebenfalls wieder abgereist war. Hier lesen Sie mehr über Selenskyjs diplomatischen Drahtseilakt .

mrc/AFP