Route übers Mittelmeer Zwei tote Migranten, Dutzende Vermisste bei Schiffsunglück
Migranten auf einem gekenterten Boot im Mittelmeer, fotografiert von der Seenotrettungsorganisation Sea-Watch, am 4. April 2026
Foto: Fabian Melber / AFPVor der italienischen Küste haben zwei Handelsschiffe am Osterwochenende 32 Migranten aus Seenot gerettet und zwei Leichen geborgen. Nach Angaben der Hilfsorganisationen Mediterranea Saving Humans und Sea-Watch werden 71 weitere Menschen vermisst.
Den Überlebenden zufolge habe ihr Boot ursprünglich 105 Personen an Bord gehabt. Ein Großteil davon sei nach dem Unglück im Mittelmeer verschwunden.
Videoaufnahmen der Seenotrettungsorganisation Sea-Watch zeigen mehrere Menschen, die sich an ein gekentertes, orangefarbenes Boot klammern, während ein Frachtschiff zu Hilfe eilt.
Höchste Todeszahl seit Beginn der Aufzeichnung
Die Geretteten sowie die geborgenen Toten wurden von der italienischen Küstenwache übernommen und auf die Insel Lampedusa gebracht. Das Innenministerium äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorfall, auch die Küstenwache reagierte nicht unmittelbar auf Anfragen. In Italien wird derzeit das Osterfest begangen.
Schwierige Wetterbedingungen erschweren in diesem Jahr die Überfahrt über das Mittelmeer zusätzlich. Sie reduzieren zwar die Zahl der Abfahrten aus Nordafrika, erhöhen aber zugleich die Risiken für jene, die sich dennoch auf die gefährliche Route wagen.
Nach Schätzungen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind in diesem Jahr bereits mindestens 683 Menschen auf der zentralen Mittelmeerroute ums Leben gekommen – eine der höchsten Zahlen seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen im Jahr 2014. Experten gehen jedoch von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus.