Ukraine Sonnenblumenfeldzug
Zwischen hohen, gelben Sonnenblumen stehen Männer der Luftabwehr der 59. Sturmbrigade des ukrainischen Militärs hinter einer SU-23-Flugabwehrkanone. Sie befinden sich nahe der Stadt Pawlohrad in der Region Dnipropetrowsk in der Ostukraine und verteidigen ihr Land auch nach drei Jahren gegen russische Angriffe. Besonders die speziellen »Geran«-Drohnen, die auf iranischer Technologie basieren, haben zuletzt verheerende Schäden in der Ukraine angerichtet. Die Anzahl der nächtlichen russischen Angriffe hat sich seit Mai dramatisch erhöht: Inzwischen greifen fast täglich Hunderte Drohnen das Land an.
Besonders schwer trifft es in dieser Nacht Pawlohrad, das sich in den vergangenen Monaten zu einem Zentrum für humanitäre Hilfe und Evakuierungen von den Frontlinien entwickelt hat. Der Chef der regionalen Militärverwaltung Serhii Lyssak spricht von einer »höllischen Nacht«: »Der massivste Angriff auf die Stadt. Eine Explosion nach der anderen.«
Der Angriff ist Teil einer landesweiten Offensive, bei der mindestens 7 Menschen sterben und über 30 Personen verletzt werden.
Mehr als 300 Drohnenattacken und mehr als 30 Angriffe mit Raketen und Marschflugkörpern habe es gegeben, sagt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Auf die Region Sumy seien mehr als 150 Bomben und Granaten abgefeuert worden, so Dmytro Schywytzki, Leiter der Militärverwaltung der Region, beim Kurznachrichtendienst Telegram. Unter Beschuss seien auch die Städte Mykolajiw und und der Osten des Landes bei Awdijiwka, meldet der ukrainische Generalstab.
Im Vergleich zum Juni des vorangegangenen Jahres habe Russland zehnmal mehr Raketen abgefeuert, erklärt die UNO, und »praktisch keine Region der Ukraine blieb verschont, unabhängig von ihrer Entfernung zur Frontlinie«. Auch das kurz zuvor verabschiedete 18. Sanktionspaket der EU hält Russland nicht davon ab, seine Angriffe fortzuführen.