Gut einen Monat befand sich die Stadt Butscha in russischer Herrschaft. Nach dem Rückzug von Putins Armee wird das Ausmaß des Grauens, das hier stattgefunden hat, offenbar: Neben zerstörtem Kriegsgerät liegen auch etliche Leichen von Zivilisten auf der Straße. Ein Massengrab wurde gefunden. Die Besatzer sollen in Butscha mehr als 300 Menschen getötet haben.
In der Nacht hat sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zu den Bildern geäußert.
Wolodymyr Selenksyj, ukrainischer Präsident:
»Ich möchte, dass die Mütter aller russischen Soldaten die Leichen in Butscha, Irpin und Hostomel sehen. Was haben sie getan? Warum wurden sie getötet? Was hat ein Mann getan, der mit seinem Fahrrad die Straße entlangfährt? Warum haben Sie versucht, normale Menschen in einer normalen, friedlichen Stadt zu töten? Warum sind Frauen erwürgt worden, warum wurden ihnen die Ohrringe aus den Ohren gerissen? Wie war es möglich, dass Frauen vor den Augen ihrer Kinder vergewaltigt und getötet worden sind und dass man sich noch nach ihrem Tod über ihre Leichen lustig gemacht hat? Warum haben sie Menschen mit ihren Panzern überrollt? Was hat die ukrainische Stadt Butscha Russland getan? Wie ist all das nur möglich geworden?«
Wolodymyr Selenksyj, ukrainischer Präsident:
»Es wird ganz sicher ein neues Sanktionspaket gegen Russland geben. Aber ich bin sicher, dass das nicht ausreichen wird. Wir brauchen andere Rückschlüsse. Nicht nur über Russland, sondern auch über die politischen Handlungen, die zugelassen haben, dass das Böse in unser Land einzieht.«
Wolodymyr Selenksyj, ukrainischer Präsident:
»Ich lade Frau Merkel und Herrn Sarkozy ein, Butscha zu besuchen und zu sehen, was ihre Politik der Zugeständnisse gegenüber Russland in 14 Jahren erreicht hat. Sehen Sie sich die gefolterten Ukrainerinnen und Ukrainer mit Ihren eigenen Augen an.«
Wolodymyr Selenksyj, ukrainischer Präsident:
»Wir werden diesen Krieg gewinnen. Selbst wenn einzelne Politiker diese Unentschlossenheit, die sie mit ihrem Amt an ihre Nachfolger übergeben, nicht überwinden können.«