Das glückliche Ende einer komplizierten Rettungsaktion: An der Grenze von Belarus und der Ukraine nehmen ukrainische Eltern ihre Kinder in die Arme. Diese sollen vor Monaten aus russisch besetzten Gebieten in den Regionen Charkiw und Cherson entführt worden sein – auch die 13-jährigen Zwillingsschwestern Dasha und Alyona.
Dasha:
»Wir sehen unsere Mutter zum ersten Mal seit einem halben Jahr.«
Die Hilfsorganisation »Save Ukraine« hat die ukrainischen Angehörigen der Kinder bei der Rückführung unterstützt.
Natalia Rakk, Mutter von Dasha und Alyona:
»Wir sind über Polen, Belarus, Moskau und die Krim hierhergereist. Es war sehr schwierig, aber wir haben immer weitergemacht. Wir haben nur im Sitzen geschlafen und kaum Pausen gemacht.«
Der Ukraine zufolge sind seit Kriegsbeginn mehr als 16.000 ukrainische Kinder nach Russland verschleppt worden. Moskau gibt an, sie vor den Schrecken des Krieges gerettet zu haben. Dasha, Alyona und den anderen Kindern wurde offenbar von der russischen Seite gesagt, sie würden für einige Wochen in ein »Sommerlager« auf der Krim gebracht.
Dasha:
»Als sie uns sagten, dass wir länger bleiben würden, brachen wir in Tränen aus.«
Alyona:
»Niemand konnte es glauben. Ich habe es nicht geglaubt. Aber es stimmte. Wir haben Mama angerufen und mussten uns mit der Lage abfinden.«
»Save Ukraine«-Gründer Mykola Kuleba schildert in Kiew die Umstände der fünften Rettungsmission seiner Organisation. 31 Kinder seien zurückgeholt worden.
Mykola Kuleba, Gründer »Save Ukraine«:
»Alle Kinder, die wir zurückgeholt haben, sagen, dass niemand [in Russland] versucht habe, ihre Eltern zu finden.«
»Uns wurde jeden Tag gesagt, dass unsere Eltern uns nicht mehr wollen«, sagt Vitaly, der aus Cherson verschleppt und vergangenen Monat zurückgeholt wurde. Sie seien wie Tiere gehalten worden.
Im März hat der Internationale Strafgerichtshof wegen der mutmaßlichen Verschleppung ukrainischer Kinder Haftbefehle gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin und dessen Kinderschutzbeauftragte erlassen.