Interview mit »The Telegraph« Trump denkt offenbar über Nato-Austritt der USA nach
Donald Trump (Mitte) mit Marco Rubio (l.) und Pete Hegseth (r.) im Weißen Haus: Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Nato
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Donald Trump ist schon länger frustriert davon, dass die Nato-Staaten sich aus dem Krieg der USA und Israels gegen Iran weitestgehend heraushalten. Der US-Präsident erwägt offenbar einen Rückzug seines Landes aus dem Verteidigungsbündnis, wie er in einem Interview mit der britischen Zeitung »The Daily Telegraph« sagte.
Trump bezeichnete das Bündnis als »Papiertiger«. Er habe schon lange Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Nato gehabt. Es stehe »nicht mehr zur Debatte«, dass die Mitgliedschaft der USA nach dem Ende des Irankriegs überdacht werden müsse, sagte Trump.
Auch Rubio stellt Nato-Mitgliedschaft infrage
Zuvor hatte auch US-Außenminister Marco Rubio eine Veränderung des Verhältnisses der USA zur Nato für die Zeit nach dem Irankrieg angedeutet. »Es besteht leider kein Zweifel daran, dass wir, nachdem dieser Konflikt beendet ist, diese Beziehung neu bewerten müssen«, sagte Rubio am Dienstag in einem Interview mit dem US-Sender Fox News. Dabei müsse der »Wert der Nato« betrachtet werden.
US-Außenminister Marco Rubio hinter Donald Trump
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Er selbst sei während seiner Zeit im US-Senat »einer der stärksten Verteidiger der Nato« gewesen, weil er »großen Nutzen in ihr gesehen« habe, sagte der US-Außenminister. Ein Großteil dieses Nutzens habe darin bestanden, in Europa Armeestützpunkte zu haben, die es der US-Armee ermöglichten, »Macht in verschiedenen Teilen der Welt auszuüben«. Wenn nun ein Zeitpunkt gekommen sei, an dem die US-Armee diese Stützpunkte nicht mehr nutzen könne, »dann ist die Nato eine Einbahnstraße«, fügte Rubio hinzu.
Washington habe seine Verbündeten zwar nicht darum gebeten, Luftangriffe im Rahmen des Krieges gegen Iran auszuführen, sagte Rubio. »Aber wenn wir sie brauchen, damit sie uns die Nutzung ihrer Armeestützpunkte erlauben, und ihre Antwort lautet ›Nein‹? Warum sind wir dann in der Nato?«, fügte er hinzu.
Italien verweigert Landung, Spanien schließt Luftraum
Zuletzt hatten mehrere europäische Länder die Nutzung von Stützpunkten auf ihrem Boden durch die US-Armee eingeschränkt. Am Dienstag war bekannt geworden, dass die italienische Regierung der US-Armee die Nutzung eines Luftwaffenstützpunkts auf Sizilien für einen Kampfeinsatz im Irankrieg verweigert hatte. Eine Anfrage des US-Militärs, mehrere Kampfflugzeuge auf der nahe Catania gelegenen Basis Sigonella landen zu lassen, sei abgewiesen worden, hieß es aus Kreisen des Verteidigungsministeriums in Rom gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.
Am Montag hatte Spanien seinen Luftraum für US-Flugzeuge geschlossen, die Einsätze gegen Iran fliegen.