ADAC-Test: Notbrems-Assistenten auf dem Prüfstand - DER SPIEGEL
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ADAC-Test Notbrems-Assistenten auf dem Prüfstand

Notbrems-Assistenzsysteme vermindern die Folgen eines Auffahrunfalls deutlich - doch wie gut arbeiten sie? Der ADAC hat Systeme von sechs Herstellern getestet und deutliche Unterschiede festgestellt. Der  Assistent von Volvo überzeugte am ehesten, BMW schaffte nur ein "befriedigend".
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Besonders im Stop-and-go-Verkehr in der Stadt oder auf der Autobahn kann es schnell krachen: Eine kleine Unaufmerksamkeit und schon touchiert man die Stoßstange des vorausfahrenden Autos. Notbrems-Assistenten sollen diese Kollisionen verhindern oder zumindest die Folgen minimieren.

Solche Systeme sind extrem komplex. Kameras oder Sensoren erfassen die Umgebung und leiten die Daten an einen Bordcomputer weiter. Kommt dieser zu dem Ergebnis, dass ein Crash nicht mehr zu vermeiden ist, warnt er zunächst den Fahrer. Reagiert der nicht, bremst der Wagen automatisch ab.

Sind die Kameras oder Sensoren verschmutzt, kann es Probleme geben. So geschehen bei einer Präsentation der automatischen Notbremse mit Fußgängererkennung in einem Volvo S60 im Frühjahr 2010. Die automatische Bremse versagte vor versammelter Presse und überrollte den aufgestellten Testdummy.

Der Volvo S60 konnte überzeugen

Beim jüngsten Test des ADAC konnte der schwedische Hersteller dagegen diesmal punkten. Der der Notbrems-Assistent im V60 überzeugte den Autoclub, weil die Technik besonders gut auf ein stehendes Objekt reagiert und die Geschwindigkeit und damit die Aufprallenergie deutlich reduziert. Deshab vergab der ADAC das Prädikat "sehr gut". Das allein war nicht der Grund für die Auszeichnung. Positiv bewerteten die Tester auch das Warnsystem im Volvo. Droht ein Zusammenstoß, wird der Fahrer über einen Ton und ein optisches Signal auf der Windschutzscheibe auf die Gefahr aufmerksam gemacht.

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Notbrems-Assistenten: Volvos System arbeitet "sehr gut"

Foto: ADAC/Ralph Wagner

Die Geschwindigkeit vor dem Zusammenstoß bauen auch die Assistenten des Mercedes CLS und des Audi A7 sehr gut ab. Der Mercedes bremst, im Gegensatz zum Audi, nicht nur bei fahrenden, sondern auch bei vor ihm stehenden Fahrzeugen ab, kann aber Kollisionen nicht komplett vermeiden. Audi punktet dafür mit dem besten Systemablauf von der ersten optisch und akustischen Fahrerwarnung bis hin zu den automatischen Bremseingriffen.

Der getestete VW Passat reduziert die Kollisionsgeschwindigkeit nicht so deutlich wie die Vergleichskandidaten von Mercedes und Audi, kann aber bis zu Tempo 30 einen Aufprall gänzlich vermeiden.

Weniger gut schnitt die automatische Bremse in der 5er Baureihe von BMW und im Infiniti M37 ab; beide erreichten nur das Prädikat "befriedigend". Der Autoclub begründete die Bewertung damit, dass diese Systeme durch den automatischen Bremseingriff nur wenig Geschwindigkeit abbauen. Außerdem sei die Kollisionswarnung des Infiniti zu unauffällig. Als innovativ bezeichnete der Club das aktive Gaspedal der Japaner, welches den Fahrer bei zu dichtem Auffahren über einen Gegendruck auf die Annäherung aufmerksam macht.

Meist teure Sonderausstattung

Bislang sind die getesteten Notbrems-Assistenten der Hersteller meist nur als Sonderausstattung für bestimme Modellreihen erhältlich. So kostet das System zum Beispiel für den VW Passat 1220 Euro Aufpreis. Für den Polo ist es zur Zeit überhaupt nicht erhältlich. Allerdings betont VW, dass sich dies in den kommenden Jahren ändern wird.

Der ADAC fordert, dass Notbrems-Assistenten zur Ausstattung in jedes Auto gehören, ähnlich wie das Fahrstabilitätsprogramm ESP. Wichtig bleibt aber auch ein aufmerksamer Fahrer. Wer den gebührenden Abstand zum Vordermann einhält und defensiv fährt, ist am sichersten unterwegs.