Audi Kampfansage an die A-Klasse
Detroit - Audi hat seinen Absatz im vergangenen Jahr weltweit um sechs Prozent auf 634.000 Autos gesteigert. "Wir wollen auch im Jahr 2000 in jedem Fall weiter zulegen", sagte Vorstand Georg Flandorfer am Dienstag auf der Motor Show in Detroit. Große Hoffnungen setzt der Konzern unter anderem in den neuen Kompaktwagen A2, von dem nach der Markteinführung im Sommer in der zweiten Jahreshälfte mindestens 20.000 Stück verkauft werden sollen.
Mit dem A2 will sich Audi einen neuen Kundenkreis erschließen: "Wir rechnen mit einer hohen Zahl von Erstkäufern, mit vielen Frauen als Kunden und mit technikorientierten Interessenten", sagte Flandorfer. Zwar sei auch der niedrige Verbrauch durch die Alu-Karosserie ein Argument. "Die Lust und der Fahrspaß dürfen aber nicht zu kurz kommen." Der A2 stehe vor allem in Konkurrenz zur A-Klasse von Mercedes.
Mit der Entwicklung 1999 sei der Konzern zufrieden, sagte der Audi-Vorstand. Im laufenden Jahr will Audi aber qualitativ noch weiter vorankommen und unter anderem in das Händlernetz und die Kundenbeziehungen investieren. Unzufrieden sind die Ingolstädter noch mit den Absätzen in Brasilien und Asien, wo das Geschäft laut Flandorfer eher negativ verlaufen ist. Vor allem in Asien gebe es ein riesiges Aufholpotenzial. In Europa rechnet der Autohersteller in diesem Jahr mit einem weiterhin harten Verdrängungswettbewerb. Flandorfer sieht Audi aber im Premiumsegment "exzellent positioniert".
Auf dem umkämpften deutschen Markt konnte das Unternehmen seinen Marktanteil 1999 nur leicht auf 6,8 Prozent erhöhen. Deshalb blickt auch Audi gerne nach Nordamerika, wo der Konzern seine Position weiter verbessern will. Nach einem Absatzrekord 1985 erlebte Audi in den USA zwar Mitte der neunziger Jahre eine Flaute - noch 1994 konnte die Tochter des Volkswagen-Konzerns in den USA nur gut 12.500 Autos verkaufen. Seither geht es aber bergauf: 1999 kletterte der Absatz um rund 39 Prozent auf knapp 66.000 Fahrzeuge - darunter gut 5000 Exemplare des neuen Sportwagens TT.
In diesem Jahr will der Chef der Audi of America, Len Hunt, den historischen Höchststand übertreffen und "erstmals 75.000 Autos verkaufen" - das wären 1000 Autos mehr als 1985. Zusammen mit dem neuen TT Roadster soll dabei der Absatz des Audi TT auf 10.000 verdoppelt werden. Große Hoffnungen setzt der Konzern Hunt zufolge auch auf die in Detroit präsentierte verlängerte Version des A8, mit der auch Kanzler Gerhard Schröder unterwegs ist.