Audi "Kein Imageschaden"
München - "Unsere wichtigsten Märkte zeigen eine durchaus positive Entwicklung", sagte Paefgen am Dienstag in München. Die Turbulenzen um den TT hätten hier zu Lande nicht zu einem Imageschaden geführt. Im ersten Quartal 2000 wurden Audi zufolge etwa 15.300 Exemplare des Sportwagens verkauft, verglichen mit 10.600 Fahrzeugen im Vorjahresquartal. Für das Gesamtjahr rechnet Paefgen beim TT mit einem Absatz von etwa 60.000 Stück.
Audi hatte nach einer Welle von Kundenklagen den TT-Besitzern erst vor wenigen Wochen die Nachrüstung mit dem Elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP) angeboten. Die Diskussion um die Sicherheit des Sportwagens habe "die Geduld vieler Kunden, vor allem in Deutschland, in erheblichem Maße strapaziert", räumte Paefgen ein. Die überwiegende Zahl der TT-Fahrer sei mit dem Nachrüstungsangebot nun zufrieden. Die Kosten für die Umrüstung gab der Audi-Chef mit rund 170 Millionen Mark an.
Zugleich legte Paefgen die Bilanz für das Jahr 1999 vor, die für Audi "in der Summe eine der sonnigsten" gewesen sei. Die Auslieferungen der VW-Tochter stiegen im vergangenen Jahr um knapp sechs Prozent auf den Höchststand von 635.000 Autos, der Umsatz wuchs um knapp neun Prozent auf 29,6 Milliarden Mark. Das Ergebnis nach Steuern kletterte auf Grund einer gesunkenen Steuerquote um gut ein Drittel auf 634 Millionen Mark, der Vorsteuer-Gewinn sank dagegen leicht auf 1,6 Milliarden Mark.
Das neue Jahr lief für Audi vielversprechend an: In den ersten drei Monaten konnte der Hersteller die Auslieferungen weltweit um zwölf Prozent auf gut 163.000 Autos steigern. Der Marktanteil in Deutschland stieg leicht auf 6,5 Prozent, der Umsatz legte sogar um mehr als ein Fünftel auf 8,1 Milliarden Mark zu. Finanzchef Peter Abele sagte, die Finanzlage des Konzerns sei "weiterhin sehr solide". Die Belastungen aus den Umrüstaktionen für den TT seien weitgehend abgedeckt.
Große Hoffnungen setzt Audi auf seinen neuen Alu-Kompaktwagen A2 und auf den neuen Allroad Quattro, die noch in diesem Frühjahr auf den Markt kommen sollen. Vom A2 wollen die Ingolstädter in diesem Jahr noch 30.000 Exemplare verkaufen, vom Allroad bis zu 12.000.