Ausstellung "Japan Car": Weiße Mäuse - DER SPIEGEL
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Ausstellung "Japan Car" Weiße Mäuse

"Wie werden wir in Zukunft fahren?" Auf diese Frage gibt es viele Antworten, eine davon präsentiert jetzt auf besonders anschauliche Art das Science Museum im London. "Japan Car" heißt die Ausstellung, die spezifisch japanische Pkw für die Straßen von morgen inszeniert.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Das renommierte Science Museum in London, eine Institution seit seiner Gründung im Jahre 1857 im Ausschluss an die große Ausstellung im Kristallpalast im Hyde Park sechs Jahre zuvor, kümmert sich auch immer wieder um die Entwicklungen auf unseren Straßen. Aktuell zu sehen ist im klassizistischen Museumsbau in South Kensington derzeit die Ausstellung "Japan Car - Designs for the crowded globe".

Gezeigt werden Lösungsvorschläge für den Straßenverkehr von morgen, insbesondere in Großstädten, wo die Probleme der zunehmenden Bevölkerung und der schlechter werdenden Umweltbedingungen kulminieren. Die Ausstellung, die noch bis zum 19. April zu sehen ist, wird zwar von sieben japanischen Autoherstellern unterstützt, doch das Konzept stammt von zwei Künstlern, die mit der Autoindustrie sonst gar nichts zu tun haben: dem Grafikdesigner Kenya Hara und dem Architekten Shigeru Ban.

Vor allem drei Schwerpunkte werden gesetzt. Erstens geht es darum zu zeigen, dass die Größe von Autos in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielt und dass es an der Zeit ist, sowohl sehr kleine aber dabei technologisch extrem ausgereifte Autos zu bauen. Zweitens betont die Ausstellung den Umweltaspekt aller künftigen Fahrzeuge, insbesondere die Herausforderung, den CO2-Ausstoß drastisch zu senken. Dritter Schwerpunkt schließlich ist der neue Ansatz, Fahrzeuge der Zukunft nicht mehr als Individual-Vehikel zu konzipieren, sondern vielmehr als bewegliche Zellen, die Teil eines größeren Mobilitätssystems sind.

Modellautos, die neben Bonsai-Bäumchen parken

Um die erforderliche Veränderung der Größenmaßstäbe spielerisch - und vor allem spezifisch japanisch - zu demonstrieren, beginnt "Japan Car" mit vielen Bonsai-Bäumchen, die jedoch nicht mit den sonst üblichen, rundlichen Kieselsteinen dekoriert sind, sondern mit Modellautos. Dann folgen die richtigen Autos im Maßstab eins-zu-eins, die allerdings auch allesamt ausgesprochen kompakt und äußerlich reduziert wirken. Etwa die Studie Toyota i-Real oder Nissan Pivo II sowie Serienautos wie Nissan Cube, Honda FCX Clarity, Daihatsu Copen oder Toyota iQ.

"In Japan begann die Geschichte des Autos damit, dass die Automobiltechnik des Westens nachgeahmt und übernommen wurde", sagt Ausstellungskurator Kenya Hara. "Inzwischen allerdings beeinflusst der Kontext, in dem die Autos japanischer Hersteller entstehen, das Design und die Technik immer mehr. Japanische Autos haben längst einen eigenen Charakter und eine spezielle Identität." Die optisch reduzierten, technisch zum Teil aber sehr aufwendigen Exponate, die alle in reinem, feinen Weiß lackiert sind, zeigen dies recht eindrucksvoll.

jüp

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