Auto-Augen: Licht am Ende der Karosserie - DER SPIEGEL
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Auto-Augen Licht am Ende der Karosserie

Wohin schauen Sie bei einem Auto zuerst? Auf das Heck (also den Po), auf die Räder (also die Beine) oder auf die Scheinwerfer (also die Augen)? Letzteres wäre angemessen, vor allem während eines IAA-Besuchs. Dort gibt es die derzeit aufregendsten Auto-Augen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Dass das Design eines Autos immer wichtiger wird, um es erfolgreich verkaufen zu können, ist inzwischen ein Gemeinplatz. Dass jedoch erfolgreiches Auto-Design ganz wesentlich mit einem wohlproportioniertem "Gesicht" des Fahrzeugs zu tun hat, scheinen einige Hersteller erst allmählich einzusehen. Jedenfalls blickt, wer sich auf der IAA umschaut, in so viele Auto-Gesichter wie noch nie. Die Kombination aus Lufteinlässen (Mund), Kühlergrill (Nase) und vor allem Scheinwerfern (Augen) nehmen bei fast allen Modellen und Studien sehr deutlich die Züge von Lebewesen an.

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Auto-Augen: Licht am Ende der Karosserie

Foto: Jürgen Pander

Das geht sogar so weit, dass sich die VW-Designer bei der Frontpartie der Studie Concept R nach eigener Auskunft von einem "Raubtier" inspirieren ließen. Der Clou dabei sind die Scheinwerfer. Denn aus ihnen tritt, wird der Wagen entriegelt, zunächst nur ein dünner Lichtstrahl hervor. Sobald jedoch der Motor gestartet wird, öffnet sich eine Linse im Scheinwerfer und der Wagen blickt mit strahlenden Augen nach vorne.

Ähnliches hört man von der Konzerntochter Seat, wo der Kompaktvan Altea aus "Luchsaugen" auf die Straße blickt. Bei Mercedes verschmelzen die Doppelscheinwerfer allmählich immer mehr, aus dem charakteristischen Vier-Augen-Gesicht wird ein immer natürlicher dreinschauendes Antlitz. Allerdings sehen die Scheinwerfer der Coupé-Studie CLS sehr technisch aus: Projektoren hinter elegant geschwungenem Glas - oder trägt der Wagen eine modische Brille? Bei BMW wird der Blick der Fahrzeuge zunehmend schärfer: Die Scheinwerfer des neuen 5er erinnern an Adleraugen, der 7er bekam einen Blinker-Lidstrich über dem Hauptscheinwerfer, der Roadster Z4 den Blinker-Lidstrich darunter.

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Foto: Jürgen Pander

Die großen Bentley-Limousinen gucken nach wie vor aus zwei Taucherbrillen, die Ford-Visos-Studie sieht aus, als sei etwas zu viel Schminke um die Augen geraten - oder soll die dunkle Scheinwerfer-Umrahmung an ein blaues Auge denken lassen? Bei der Jaguar-Studie R-D6 wiederum erinnern die Scheinwerfer an die Facettenaugen von Insekten. Der neue VW Golf schaut klar und treu geradeaus, sein Hauptkonkurrent Opel Astra blickt eher forschend nach vorne.

In Zukunft, darauf lassen zahlreiche Studien schließen, werden LED-Scheinwerfer dem Auto-Augen-Design neue Möglichkeiten erschließen. Oberklasse-Modelle wie der VW Phaeton oder das Luxusmobil Maybach sind bereits mit LED-Technik ausgerüstet - allerdings an den Rücklichtern. Doch die Audi-Studien Le Mans quattro und Nuvolari zeigen, welche interessanten ästhetischen Möglichkeiten durch die Bündelung von LEDs entstehen: Würfelaugen, Prismen- und Mosaikpupillen.

Die Opel-Studie Insignia zum Beispiel blickt gar nicht mehr offen geradeaus, sondern wie durch eine Jalousie hindurch. Statt herkömmlicher Scheinwerfer setzten die Designer jeweils vier Leuchtstäbe ein, die von insgesamt 405 Leuchtdioden erhellt werden. Zum Glück gelten die LEDs als weitgehend unkaputtbar. Ansonsten würde das Auswechseln der neuen Lichtquellen doch sehr zeitraubend und komplex.

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