Auto-Jahresrückblick 2013: Die größten Design-Flops - DER SPIEGEL
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Jahresrückblick 2013: Die größten Auto-Flops

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Jahresrückblick 2013 Die goldenen Zitronen

Neu ist nicht automatisch gut. Mindestens drei Auto-Premieren 2013 fielen bei der Geschmackskontrolle durch. Die größten Flops der vergangenen zwölf Monate.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
Porsche Panamera Turbo S Executive: Länge läuft

Porsche Panamera Turbo S Executive: Länge läuft

Foto: Porsche

Porsche Panamera Langversion: Zugeständnis an die Chinesen

Seit Juli ist der zweite Aufguss des Porsche Panamera auf dem Markt. Nicht-Eingeweihte werden die Neuauflage kaum erkennen - denn rein äußerlich beschränken sich die Retuschen auf einige Details an Front und Heck. Gravierender schon fallen die Änderungen an den Executive-Versionen Panamera Turbo und Panamera 4S aus, die mit 15 Zentimeter längerer Karosserie zu haben sind. Der zusätzliche Abstand zwischen den Achsen kommt vor allem der Beinfreiheit im Fond zugute.

Mehr aber auch nicht. Denn die ohnehin schon unglücklichen Proportionen der Limousine geraten so noch ein Stück weiter aus den Fugen. Welcher Designer hat so etwas gezeichnet?, fragt man sich, wenn man vor dem bräsig auf der Straße kauernden Riesengefährt steht. Und wer hat das Design am Ende abgesegnet?

Doch es gibt Leute, die so etwas kaufen, das zeigen die Zulassungszahlen. Besonderen Erfolg hat der lange Panamera in China, wo der Chauffeur am Volant das Image des Wageneigners genauso fördert wie das Gefährt selbst. Wir Europäer werden uns wohl daran gewöhnen müssen, dass unser Autodesign künftig ein wenig chinesischer wird.

Audi R8 e-tron: Der Ja-Nein-Vielleicht-Wagen

Audi R8 e-tron: Der Ja-Nein-Vielleicht-Wagen

Foto: Audi


Audi R8 e-tron: Kommt er oder kommt er nicht?

Mit einem Rekord für serienmäßige Elektrosportwagen machte Audi den R8-Fans im vergangenen Jahr den Mund wässrig. Zwei Elektromotoren mit zusammen 381 PS und 820 Newtonmetern treiben die Hinterräder des R8 e-tron an und sorgen für eine Beschleunigung in der Liga der Supersportwagen. Allein die Höchstgeschwindigkeit ist mit Rücksicht auf den 49 kWh Lithium-Ionen-Akku auf 200 km/h begrenzt, um die Reichweite zumindest in der Nähe der versprochenen 200 Kilometer zu halten. Keine Frage, der Audi R8 hätte ein Zeichen gesetzt und das Credo der Ingolstädter bekräftigt, die ihren Vorsprung zur Konkurrenz stets mit besonders raffinierten technischen Lösungen zu erreichen suchen.

Doch dann verschwanden die Pläne für eine Kleinserie des Elektrorenners plötzlich wieder in den Schubladen. Wie es hieß, hatten die Controller Einspruch erhoben, weil die zu erwartenden Erlöse in einem allzu krassen Missverhältnis zu den Kosten standen - als wenn die ersten Quattros, mit denen Audi den legendären Wiederaufstieg in die Premium-Liga schaffte, Gewinne gemacht hätten.

Immerhin besinnt sich jetzt der neue/alte Entwicklungschef Ulrich Hackenberg eines Besseren. Möglicherweise, so sagt man jetzt in Ingolstadt noch hinter vorgehaltener Hand, wird der Renner doch noch gebaut. Im nächsten Jahr in kleiner Stückzahl. Und mit verbesserter Akkutechnologie, die die Reichweite noch einmal tüchtig erweitert. Immerhin: ein hoffnungsvoller Ausblick für die Zukunft.

Mercedes-Benz CLA: Pummelig und wenig elegant

Mercedes-Benz CLA: Pummelig und wenig elegant

Foto: Daimler


Mercedes CLA: Gegen jede Regel von Proportionen

Die Mercedes-Leute sind stolz auf ihren jüngsten Spross, den CLA. Die Marketingabteilung preist das Auto als sportlichen Schönling, der seinen Besitzern die Möglichkeit gibt, sich ein wenig von der Masse abzusetzen. Zweifler verweisen sie auf den Erfolg des CLS, mit dem Mercedes 2004 die Ära der viertürigen Coupés wiederbelebte. Die zweite Auflage des CLS, die seit 2011 auf dem Markt ist, überzeugt inzwischen auch Experten, die die Qualität eines Autodesigns an nachvollziehbaren Kriterien wie Proportion, Linienführung oder Gestaltung der Flächen festmachen.

Daran gemessen, fällt der CLA jedoch glatt durch. Weil aus Kostengründen der Radstand der als Basis dienenden A-Klasse beibehalten wurde, fallen die Überhänge relativ groß aus. Und trotzdem reicht die so gewonnene Länge nicht, um dem Auto Eleganz zu verleihen. Die hohe Gürtellinie lässt den Viertürer pummelig wirken, Kurven, Wölbungen und Kanten sorgen für einen wuchtigen Auftritt und vertreiben jede Grazilität.

Die prinzipbedingten Nachteile bleiben: Die abfallende Dachlinie erschwert den Einstieg und anschließend die Sicht nach draußen, der kleine Kofferraumdeckel und die hohe Ladekante das Beladen des Gepäckabteils. Aber es gibt natürlich Mercedesfahrer, die das Auto trotzdem einfach schön finden und die Nachteile dafür in Kauf nehmen.