Auto-Studien: Unterwegs nach Morgen - DER SPIEGEL
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Auto-Studien Unterwegs nach Morgen

Die großen Überraschungen wie VW Up, Mercedes F700 oder Opel Flextreme prägten die ersten Bilder der IAA. Doch in der zweiten Reihe stehen in Frankfurt noch viel mehr interessante Pkw-Studien. SPIEGEL ONLINE hat sie aufgespürt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Bau des Wagens ist längst beschlossene Sache. Während VW auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) den optisch etwas blass geratenen Kompakt-Geländegänger Tiguan vorstellt, dreht sich nur ein paar Meter weiter ein aufregend gewandeter Allrad-Seat im Rampenlicht. Tribu heißt die Studie, die im Prinzip ein Tiguan auf spanisch ist, aber sehr viel ansprechender aussieht als das Wolfsburger Original.
Wobei das mit Studien ja immer so eine Sache ist. Die sehen meistens spektakulär aus, doch wenn das Auto dann tatsächlich in Serie geht, wird aus dem Herzklopfen oft ein Gähnen: Ingenieure, Sicherheitsvorschriften und vor allem Kostensenker machen vielen tollen Design- und Konzeptideen im Laufe einer Entwicklung den Garaus.

So wird es wohl auch dem Suzuki Kizashi ergehen. Doch das Auto dürfte seine wesentliche Mission erfüllen: Der japanische Kleinwagenspezialist möchte sein Angebot gerne in Richtung Mittelklasse erweitern, und das Konzeptauto Kizashi soll in Frankfurt erstmals den Weg vorzeichnen. Wie hübsch, dass Kizashi auf Deutsch etwa so viel wie "Vorgeschmack auf etwas Neues" bedeutet, wie die Japaner erklären.

Weit in der Zukunft

Noch ziemlich weit von der Realität entfernt dürfte wohl auch der Kia Kee sein. Aber immerhin: Er ist das erste starke Statement des neuen deutschen Designchefs, Peter Schreyer. Und auch bei diesem in grellem Gelbgrün lackierten Modell aus Korea deutet der Name Kee an, worum es geht. "Das Auto ist ein Schlüsselmodell für die Formensprache aller künftigen Modelle von Kia", sagt Schreyer.

Wesentlich näher an der Wirklichkeit sind zwei andere Studien, die in Frankfurt debütieren. Zum einen der Daihatsu OFC-1, ein fesches, kleines Cabrio für Zwei, das den schon etwas alt wirkenden Miniroadster Copen demnächst ablösen könnte. Die Japaner haben bereits ziemlich konkrete Vorstellungen: In weniger als zehn Sekunden werde sich das Faltdach öffnen oder schließen und unter der Motorhaube soll ein Dreizylinder-Benziner stecken, der rund 65 PS leisten und lediglich 101 Gramm CO2 je Kilometer aushusten soll.

Die andere Studie, die bereits im kommenden Jahr als Serienmodell bei den Händlern stehen wird, ist Renaults Laguna Coupé Concept. Der Wagen wird künftig die dritte Karosserievariante des neuen Mittelklassemodells Laguna und soll - mit Ausnahme der wuchtigen Flügeltüren des Messemobils - nicht mehr so sehr verändert werden. Renault würde ein solches Auto gut tun, denn zuletzt schien den Franzosen, nach manchen Design-Eskapaden, der Mut zum Besonderen verlassen zu haben.

Überfällige Polo-Studie

Die Karosseriefirma Karmann aus Osnabrück ist auf der IAA mit einer Studie vertreten, bei der man sich fragt, warum es das Auto nicht schon längst als Serienmodell gibt. Es handelt sich um ein VW Polo Cabriolet mit hübschem Stoffverdeck, das sich ziemlich smart zusammenfalten lässt. Der Kofferraum des Kleinwagens fasst bei geschlossenem Dach 304 Liter - das sind sogar 34 Liter mehr als beim fest verschweißten Serienmodell aus Wolfsburg. Ob das Auto je gebaut wird, wissen nur VW-Chef Martin Winterkorn und seine Vorstandskollegen.

Ganz sicher aber ist, dass die englische Geländewagenmarke Land Rover ihre Produktpalette nach unten ausweiten wird. Das bedeutet, dass es unterhalb des derzeit kleinsten Modells Freelander II noch ein weiteres, sehr kompaktes Sports Utility Vehicle (SUV) geben wird. Auf der IAA kündigte die zum Ford-Konzern gehörige Traditionsfirma an, bei der Motorshow in Detroit im kommenden Januar eine Studie des Wagens vorzustellen.

Jetzt in Frankfurt aber sollte die Ansage nicht komplett verpuffen, und so wurde ein erstes, stark verfremdetes Foto des neuen Allradlers in Umlauf gebracht. Das Auto stammt aus der Feder des neuen Designchefs Gerry McGovern - detailliertere Angaben zu dem Wagen gibt es bislang nicht. Schließlich sollen auf den nächsten Messen ja auch wieder hübsche Modelle um aufregende Studien flirren.

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