Autosalon 2012: Die Gadgets von Genf - DER SPIEGEL
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Genfer Autosalon: Die pfiffigen Erfindungen

Foto: TMN

Autosalon 2012 Die Gadgets von Genf

Fahrradträger mit Ladevorrichtung, Tieferlegung per Tablet-PC: Auf dem Genfer Autosalon waren neben Autos auch allerhand nützliche oder sinnfreie Erfindungen zu sehen. SPIEGEL ONLINE stellt die besten vor.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Genf - Manchmal ist es schon amüsant, auf welche Ideen die Vordenker in der Automobilindustrie kommen. Gewiss macht eine im Kofferraum eingebaute Picknick-Ausstattung eine Fahrzeugstudie wie das Luxus-SUV Bentley EXP 9 F noch interessanter. Aber wer braucht so etwas wirklich? Da gibt es auf der Schweizer Messe nützlichere Erfindungen zu sehen - SPIEGEl ONLINE stellt die besten vor.

Fahrradgepäckträger mit Ladestation

Das ohnehin pfiffige Extra eines Fahrradgepäckträgers haben die Ingenieure von Opel nochmal aufgewertet. Der Prototyp, der in Genf am neuen Kompakt-SUV Mokka montiert ist, verfügt über ein mit dem Bordstromnetz verbundenes Ladekabel für ein Pedelec. "Diese Technologie ließe sich sehr schnell in die Serie bringen und wäre etwa für Berufspendler interessant, die ihren Wagen morgens vor den Toren einer Stadt abstellen und von dort mit einem E-Bike weiterfahren wollen", erklärt Opel-Designer Richard Shaw. Die Idee für die Ladestation am Wagen kam ihm, als er Opels ebenfalls auf dem Autosalon ausgestellte Pedelec-Studie Rad e entworfen hat.

Solarmodul für iPhones an Bord

Um Strom geht es auch bei Abt. Der Autotuner plant nach eigenen Angaben, in Kürze einen neuartigen Universalhalter mit schwenkbaren Armen für insgesamt zwei Handys, Smartphones oder Navigationsgeräte anzubieten. Der Clou: Ein Solarmodul mit integriertem Akku auf dem Armaturenbrett kann über USB-Anschlüsse bis zu vier Geräte gleichzeitig mit Sonnenenergie versorgen. Abt-Designer Vito Ianniello ist gespannt, wie sein zunächst nur für einzelne Audi-Modelle entwickeltes Solar Media Panel beim Messepublikum ankommt. Denn von der Besucherresonanz will das Unternehmen die Markteinführung abhängig machen.

Tuning per Tablet

Über eine Entscheidungsphase ist der Autoveredler Carlsson schon hinaus - obwohl ein wenig Kundenfeedback bei dieser Spielerei vermutlich nicht geschadet hätte. Kurz nach dem Autosalon soll die dynamische Tieferlegung mit App-Steuerung nämlich für 1290 Euro erhältlich sein. "Per iPhone oder iPad lassen sich damit Mercedes-Modelle mit Luft- oder Hydraulikfahrwerk stufenlos absenken und individuell einstellen", erklärt Matthias Löcher, technischer Leiter bei Carlsson.

In der App lässt sich unter anderem auch ein Modus aktivieren, in dem die Karosserie bei sehr langsamer Fahrt automatisch auf das niedrigste Niveau abgesenkt wird. Die Kommunikation zwischen Smartphone und Fahrwerkselektronik läuft über WLAN-Netzwerk für bis zu fünf Endgeräte. "Das System wird erst einmal nur für Apple-Geräte verfügbar sein, eine Android-Variante ist aber in Vorbereitung", so Löcher. Bleibt nur die Frage, ob es ein einfacher Knopf auf dem Armaturenbrett nicht auch getan hätte.

Die Luft ist raus

Statt um Software geht es am Stand von Bridgestone um innovative Hardware aus Gummi und Plastik. Der Reifenhersteller arbeitet an einem luftlosen Pneu, der denselben Fahrkomfort bieten soll wie ein herkömmlicher Reifen - mit dem Unterschied, dass Plattfüße endgültig Vergangenheit wären. Eine große Zahl dünner und leicht gebogener Kunststofflamellen, die in zwei Reihen gegenläufig zwischen Felge und Lauffläche angeordnet sind, ersetzen das Luftpolster. So bleibt der Reifen in Form, ohne dabei seine stoßdämpfende Wirkung zu verlieren.

Der neuartige Aufbau bringt Bridgestone-Sprecher Gert Meylemans zufolge weitere Vorteile: "Die Reifenflanken können dünner werden, das spart Material und Gewicht." Realistisch sei, dass ein luftloses Komplettrad zwischen acht und elf Kilogramm wiegen wird, "so viel wie heute ein Reifen ohne Felge". Bis die Gummis zur Marktreife gelangen könnten, sind allerdings "noch ein paar Jahre Entwicklungsarbeit" erforderlich, zügelt Meylemans vorschnelle Erwartungen.

rom/dpa