Opel Mokka: Das Gummistiefelchen
Neuer Mini-SUV Opel Mokka Der Kaffee-Quatsch
Vor 20 Jahren war Opel einmal das, was man heute einen First Mover nennt: Mit dem Geländewagen Frontera brachten die Rüsselsheimer einen der ersten Kompakt-SUVs auf den Markt. Der rangierte in der Zulassungsstatistik schön weit oben, die Konkurrenz zog nach. Und was machte Opel? Stellte die Frontera-Produktion 2003 ersatzlos ein. Erst drei Jahre danach erschien das Nachfolgemodell Antara, doch da war der Rückstand gegenüber den vielen anderen SUV-Modellen schon uneinholbar geworden.
So etwas soll den Hessen nicht noch einmal passieren. Deshalb geht Opel jetzt in Vorlage und bringt als erster deutscher Hersteller einen Mini-SUV auf den Markt, ein Geländemodell auf Basis des Kleinwagens Corsa. Der Neuling kommt Ende 2012 in den Handel und sollte eigentlich erst auf dem Autosalon in Genf im März enthüllt werden. Aber weil auf der Autoshow in Detroit gerade das Zwillingsmodell Buick Encore enthüllt wurde, hat Opel jetzt erste Fotos veröffentlicht.
Zu sehen ist ein leicht aufgedunsener Knirps mit erhöhter Bodenfreiheit und Kunststoffschützern am unteren Ende von Front- und Heckpartie. Von vorn wirkt das Auto bullig, am Heck massiv und an der Flanke findet sich die bei Opel inzwischen typische Hockeyschlägerlinie. Der Innenraum bietet Platz für fünf Insassen, dazu gibt es einen bei umgeklappten Rücksitzlehnen bis zu 1372 Liter großen Kofferraum und insgesamt 19 Staufächer für Kleinkram im ganzen Auto.
Die Technik ist bekannt - sie stammt aus Corsa und Astra
Aus technischer Sicht wird man in dem Wagen alte Bekannte wieder treffen: etwa die Motoren aus der Corsa-Baureihe oder das Front- und Rückfahrkamerasystem aus dem Kompaktauto Astra. Als Antriebe sind ein 1,7 Liter großer Dieselmotor mit 130 PS und zwei Benzinaggregate vorgesehen; ein 1,6-Liter-Saugmotor mit 115 PS sowie ein 1,4-Liter-Turbo mit 140 PS. Eine Start-Stopp-Automatik ist Standard, für die beiden stärkeren Triebwerke ist eine Sechsstufen-Automatik anstelle des Sechsgang-Schaltgetriebes verfügbar. Und Allradantrieb, in der soeben vorgestellten Ford-Studie Eco-Sport gar nicht erst vorgesehen, will Opel unbedingt anbieten.
Unternehmenschef Karl-Friedrich Stracke sagt über den neuen Mini-Offroader, er dampfe "die Stärken traditioneller, größerer Geländewagen auf ein zeitgemäß-kompaktes Format ein." Das Auto soll ein Stückzahlbringer werden, die gesamte Branche rechnet mit einem Boom der kleinen, hoch aufragenden Mini-SUVs. Bereits auf der IAA im vergangenen Herbst zeigte VW die Studie eines Cross-Up. Und Fiat-Chef Sergio Machionne hat bereits eine Neuauflage des Kleinst-Allradlers Panda 4x4 angekündigt. Mercedes plant dem Vernehmen nach eine SUV-Variante der kommenden A-Klasse, Audi offenbar ein Modell Q1 und BMW hat ja bereits den Mini Countryman im Angebot. Bleibt am Schluss nur eine Frage: Warum verpasst Opel so einem netten Auto den seltsamen Namen "Mokka"?