Citroën C5 Vive la Mittelklasse
Selten war die Mittelklasse derart in Bewegung wie in diesem Jahr. Erst präsentierte Mercedes die neue C-Klasse, dann reichte Audi die nächste Auflage des A4 nach. Nun machen sich auch die Importeure fit für den verschärften Wettbewerb in einem der wichtigsten Segmente des Marktes. Aus allen Richtungen kommen deshalb neue Limousinen und Kombis, die es mit den deutschen Platzhirschen aufnehmen wollen. Angesichts der in Beton gegossenen Marktanteile von Dreier, C-Klasse, A4 und Passat dürfte das nicht einfach werden. Nachdem Renault mit dem neuen Laguna den Anfang gemacht und Mazda zum Jahreswechsel die nächste Auflage des Sechsers angekündigt hat, macht nun Citroën eine neue Generation des C5 startklar. Zunächst darf man Limousine und Kombi nur anschauen, in den Handel kommen die beiden in Deutschland nicht vor Ende März 2008.
Das Design des Autos ist im Grunde keine Überraschung mehr es gleicht jenem der Cabrio-Studie, die Citroën vor ein paar Wochen auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) gezeigt hat. Einmal mehr nimmt Citroën Abschied von der alten Extravaganz und nähert sich dem allgemeinen Muster der Mittelklasse an.
Mit markanten Linien gezeichnet und mit aufwendig gestalteten Leuchten bestückt, erinnert insbesondere die Limousine aus manchen Perspektiven an einen Audi. Verwechslungsgefahr besteht dennoch nicht: Die Franzosen haben schließlich wieder ihren Doppelwinkel direkt in die Motorhaube geschnitten und links und rechts davon wie beim Flaggschiff C6 zwei bogenförmige Scheinwerfer montiert, die größer wirken als bei jedem anderen Auto dieser Klasse.
Kleine Extravaganzen im Innenraum
Dazu gibt es einen luftig geschnittenen Innenraum, der von einer neuen Raumordnung profitiert. Zwar ist der C5 insgesamt nur ein paar Fingerbreit länger geworden und misst nun als Limousine 4,78 Meter und als Kombi 4,83 Meter. Doch wuchs der Radstand um sieben und die Breite sogar um acht Zentimeter, so dass beide Varianten vorn wie hinten künftig mehr Platz für Knie und Schultern bieten.
Völlig neu ist auch das Cockpit, das dem Fahrer zugeneigt ist und ihm das Gefühl eines Piloten in der Kanzel vermitteln soll. Zwar sind die Instrumente diesmal klassisch und mit runden Skalen, doch gibt es dafür als kleines Zeichen der nicht ganz vergessenen Extravaganz die feststehende Lenkradnabe, auf der ein Dutzend Tasten und Walzen die Bedienung der wichtigsten Komfort- und Infotainment-Funktionen ermöglichen.
Unter der Haube bieten die Franzosen zunächst die Wahl zwischen drei Benzinern und vier Dieseln, die einem aus dem Vorgänger oder anderen Konzernprodukten sattsam bekannt vorkommen. Für die Ottofraktion reicht die Bandbreite vom 1,8-Liter mit 125 PS bis zum drei Liter großen V6 mit 210 PS, und für die Liga der Öltanker spannen die Franzosen den Bogen vom 110 PS starken 1,6-Liter bis zu einem erstmals im C5 angebotenen V6-Diesel, der aus 2,7 Litern Hubraum 204 PS schöpft.
Sparversion mit Stahlfederung
Wie jeden großen Citroën gibt es auch den C5 mit einer Luftfederung, die neben einer weichen und einer festeren Abstimmung künftig auch noch ein Sportprogramm und einen automatischen Niveauausgleich bietet. Mit Rücksicht auf sparsame Kunden neu ist allerdings eine konventionelle Stahlfederung, die den Preis deutlich drücken wird.
Nicht gespart hat Citroën bei der Ausstattung. Neben ESP sorgen deshalb mindestens sieben und auf Wunsch sogar neun Airbags für Sicherheit. Außerdem gibt es Tempomat und Tempobegrenzer sowie eine elektrische Parkbremse. Und gegen Aufpreis liefern die Franzosen auch mitlenkende Xenon-Scheinwerfer oder ein Abbiegelift für die Halogen-Strahler, den Spurverlassenswarner AFIL sowie eine Festplattennavigation mit digitaler Musicbox.
Zum Preis sagt Citroën noch nichts. Doch wenn selbst Audi die Preise für den A4 beim Generationswechsel nur um 400 Euro anheben kann, dürfte der Spielraum nicht groß sein: Sehr viel mehr als die bislang 22.450 Euro werden die Franzosen für das Basismodell kaum verlangen können.