Drive-Station Fahrstunden am Simulator
"Die Fahranfänger werden heute häufig in einem hastig ausgebildeten Zustand auf die Straße gelassen." Diese Meinung vertritt Rudo von Leonhardi, einer der geschäftsführenden Gesellschafter des Unternehmens Drive-Station. Er möchte diese Situation gerne ändern: mit Hilfe der Drive-Station. Auf der IAA (Halle 6.1) wird die neue Technik vorgestellt.
Die Idee ist von der Piloten-, Kapitäns- oder Gabelstaplerfahrer-Ausbildung bekannt. Bevor die angehenden Flugzeug- oder Schiffsführer ein reales Mobil steuern dürfen, müssen sie an Simulatoren üben. Genau das schlägt Leonhardi jetzt den Fahrschulen vor. Nach der IAA soll der erste Auto-Simulator in Frankfurt aufgestellt werden. Die Drive-Station bietet unterschiedlichste Fahrsituationen: Von der einfachen Landstraßenroute über dichten Stadtverkehr bis hin zu plötzlich auftretendem Aquaplaning. Der Fahrschüler erhält über das Computerprogramm Rückmeldungen, denn eine Bewegungsmechanik simuliert Bremsnicken, Kurvenneigung oder das Ausbrechen des Hecks.
"Mit der Drive-Station kann die erste Phase der Fahrschulausbildung, die für die Fahrschulen unrentabel und besonders aufwendig ist, vom Übungsplatz oder der ruhigen Nebenstraße in den Fahrsimulator verlegt werden", sagt von Leonhardi, "ohne Unfallrisiko und ohne Umweltbelastung." Erst wenn der Fahrschüler am Simulator kollisionsfrei vorankommt, geht es im Fahrschulauto in den realen Straßenverkehr. Der Unternehmer: "Da kann sich der Fahrlehrer dann auf die Feinarbeit konzentrieren."
Kombiniert wird die Drive-Station mit Computer-Lernplätzen, an denen die Fahrschul-Theorie vermittelt wird, die aber auch mit Programmen zu Themen wie Versicherung oder Zulassung gefüttert sind. Die virtuelle Fahrschule, so stellt sich Leonhardi die Praxis vor, kann von Fahrlehrern ebenso genutzt werden wie von Leuten, die schon jahrelang nicht mehr am Lenkrad saßen, oder 16-Jährigen, die es kaum noch erwarten können bis zum Führerschein.
Da eine voll ausgestattete Drive-Station gut 100.000 Euro kostet und somit für einzelne Fahrschulen nicht finanzierbar ist, will Leonhardi die Republik sukzessive mit einem Drive-Station-Netz im Franchise-Modell überziehen. Dort können dann Interessenten die Fahrsimulatoren für bestimmte Zeit mieten. Die Preise, sagt Leonhardi, müssen noch genau festgelegt werden. Aber "fünf bis sechs Euro" für jeweils zehn Minuten in der Drive-Station seien ein realistischer Wert.