Fisker Coachbuild Kühlergrill mit Kampfjet-Optik
Frankfurt - Das Logo soll die rote Sonne symbolisieren, die bei San Diego im blauen Pazifik versinkt. Zwei horizontale Linien stehen für die beiden Unternehmensgründer Henrik Fisker und Bernhard Köhler: beide Anfang 40, beide mit Berufserfahrung bei BMW, Ford und Aston Martin, und beide gleichermaßen gespannt, ob ihre Firma Fisker Coachbuild den erhofften Erfolg haben wird. Sie wollen Luxussportwagen verkaufen - schnelle, edle und vor allem sehr rare Autos. Maximal 150 Exemplare werden pro Typ produziert, dann wird ein neues Modell aufgelegt. Mit zwei Fahrzeugen, dem Coupé Latigo CS und dem Cabriolet Tramonto, gehen sie jetzt an den Start. Zu sehen sind die Autos auf der IAA im zweiten Obergeschoss der Halle 1.
"Der Markt ist immer offen für exzellente Produkte", sagt Bernhard Köhler, Chief Operating Officer der wohl jüngsten Automarke der Welt. Von ihm stammt das Geschäftsmodell, das an die Frühzeit des Automobilbaus erinnert: Damals wurden auf fertig fabrizierte Rahmen mit Fahrwerk und komplettem Antriebsstrang die Karosserien gestülpt. Spezielle Karosseriefirmen wetteiferten um die extravagantesten Formen und um die edelste Ausstattung. Seit Mitte der fünfziger Jahre jedoch, als sich die selbsttragende Karosserie allmählich durchsetzte, kamen die Autos fast nur noch aus einer Hand, von einer Marke.
Nicht aber bei Fisker, denn dort wird das alte Prinzip neu belebt. So basiert das Coupé Latigo CS auf dem 6er BMW und das Cabriolet Tramonto auf dem Mercedes SL 55 AMG. "Es gibt zwei Möglichkeiten für den Kunden", sagt Christina Cheever, die Marketingchefin von Fisker. "Entweder er kauft sich einen BMW oder Mercedes, und wir machen dann einen Fisker daraus. Oder er bestellt das Auto direkt bei uns, und wir besorgen dann das entsprechende Grundmodell." Für die Umbauarbeiten - Karosserie und Interieur entstehen komplett neu - berechnet Fisker jeweils 110.000 Euro netto. Zusammen mit den Grundpreisen von SL 55 AMG und 6er BMW ergeben sich so Preise von etwa 250.000 für den Tramonto und rund 195.000 Euro für den Latigo CS.
Für das Design der Fahrzeuge ist allein Henrik Fisker verantwortlich, der Chef und Namensgeber des Unternehmens. Wer sich die Autos genauer ansieht, dem werden viele Details bekannt vorkommen: Die geschlitzten Rücklichter etwa erinnern an die schmalen Lichtstreifen des BMW Z8, den Fisker während seiner BMW-Zeit entwarf. Und in den Frontpartien der Autos sind Elemente von Aston Martin zu erkennen, dort war Fisker unter anderem für die Gestaltung des V8 Vantage verantwortlich. Doch das sind nur Anklänge. Insgesamt tragen die beiden Fisker-Modelle sehr harmonische und elegante Karosserien. Die Sportwagen-typische Aggressivität sucht man vergebens, ebenso verzichtet das Design auf unnötige Kanten oder Knicke. Die Autos stehen satt und harmonisch auf ihren mächtigen 20-Zoll-Rädern.
Die äußere und innere Opulenz der Autos spiegelt sich auch in den Materialien wieder. Weiches Leder, matt schimmerndes Aluminium und Kohlefaserteile machen den Innenraum zu einer Luxusfahrgastzelle. Annehmlichkeiten wie Tempomat, Einparksensoren oder Kommunikations- und Musiksystem können aus dem Angebot für den Mercedes-SL bestellt werden. Die Technik stammt sowieso aus Stuttgart und Affalterbach, wo AMG sitzt. Das bedeutet: 5,4-Liter-V8-Kompressormotor mit 500 PS und 700 Newtonmeter. Fisker bietet gegen Aufpreis eine abermalige Leistungssteigerung durch den dänischen Tuner Kleemann an. Dann bringt die Maschine 610 PS und einen Spurt von null auf Tempo 100 in 3,6 Sekunden.
Für den Latigo CS, der auf dem BMW 6er basiert, gilt Ähnliches. Es gibt den Wagen auf der technischen Basis des BMW 650 Ci, der mit einem 4,8-Liter-V8-Motor mit 367 PS ausgeliefert wird. Wer mehr Leistung möchte, kann das Auto auch mit dem Unterbau des M6 bestellen. Dann treibt der bekannte 5-Liter-V10-Motor mit 500 PS das Auto voran und ermöglicht Spurts von null auf Tempo 100 in 4,6 Sekunden.
"Die Produktion der Fisker-Modelle wird im zweiten Quartal 2006 starten", sagt Cheever. Wer sich für einen solchen Wagen interessiert und vielleicht jetzt schon das Grundmodell von Mercedes oder BMW bestellen möchte, dem empfiehlt die Marketingspezialisten, das Basismodell möglichst in schwarz und mit schwarzer Innenausstattung zu ordern. "Dann haben wir die besten Voraussetzungen, auch die ausgefallensten Farbwünsche des Kunden zu realisieren." Dass schwarz offenbar die ideale Farbe für ein Auto ist, dieser Gedanke stammt ebenfalls aus den Gründertagen des Autobaus. Formuliert hatte ihn damals Henry Ford.