Ford Start Concept: Der Ka in cool
Ford Start Concept Der Ka in cool
Der erste Ford Ka sah kultig aus, folgerichtig mischte die Marke mit dem rundlich-reduzierten Modell den Kleinwagenmarkt unterhalb von Fiesta & Co. auf. Die zweite Auflage des Modells, technisch identisch mit dem Fiat 500, ringt dagegen um Aufmerksamkeit. Das liegt einerseits daran, dass der Wagen spät auf den Markt kam, und andererseits ist er optisch unattraktiver als das italienische Zwillingsmodell.
Dass Ford-Kleinwagen ebenso trendy und cool sein können, beweist die Marke jetzt auf der Automesse in Peking. Es passt, dass dort, wo die Städte so schnell wachsen wie nirgends sonst auf der Welt und der Bedarf an Kleinstwagen deshalb besonders groß ist, nun die Studie "Start" enthüllt wurde. 3,70 Meter lang, ein Radstand von 2,30 Meter, zwei Türen, vier Sitze - die Studie wäre genau das richtige Auto für all jene, denen selbst Kleinwagen wie der Fiesta noch zu groß sind. Der Wagen habe eine globale Mission, sagt Fords Design-Direktor Freeman Thomas. Das Auto sei "als erste Studie des Unternehmens nach dem Prinzip 'One Ford' entwickelt" worden - ein Modell also für die ganze Welt.
Mit dem so genannten Kinetic-Design, das Ford seit Jahren predigt, hat der Start nichts am Hut. Statt scharfer Schnitte und harter Kanten setzt der Kleinwagen auf weiche Rundungen und glatte Flächen. "Wir wollten eine einfache, ausgewogene und harmonische Form", sagt Ford-Designchef J. Mays über den Entwurf aus dem Studio im kalifornischen Irvine. Als Anregung holten sich die Kreativen dort sogar einen Alfa Zagato und einen Porsche 356 ins Atelier. "Auch bei diesen Autos geht es vor allem ums Fahren, nicht um den Showeffekt", erläutert Mays.
Die schlichte Linienführung des Start sieht aber nicht nur gut aus, sie sorgt auch für einen geringen Luftwiderstand. Zudem wurde auch der Unterboden komplett verkleidet. Und damit das Auto nicht ins niedliche Kindchenschema-Fach abrutscht, erhielt er schmale LED-Scheinwerfer, eine markante Kühleröffnung und eine Finne auf dem Dach, die elegant im dritten Bremslicht ausläuft.
Serienfertigung des Motors ist beschlossen
Auch von innen wirkt manches an diesem Ford-Knirps neu. Zum Beispiel die extrem schlanken, hinten dank einer Gitterstruktur sogar durchsichtigen Karosseriesäulen, die zusammen mit der Panorama-Heckscheibe eine gute Rundumsicht garantieren und dem Wagen optisch mehr Weite geben. Oder das Bediensystem: Zwischen Tacho und Drehzahlmesser gibt es ein frei programmierbares Display, und auf der Mittelkonsole eine Dockingstation für ein spezielles Ford-Mobiltelefon, das als Kommandozentrale für Kommunikation und Navigation, Radio und Klimaanlage fungiert. "Alles ist perfekt erreichbar, jeder Handgriff sitzt", lobt Mays die Ergonomie des Innenraums.
Ebenfalls neu am Start ist der Motor. Es handelt sich um einen Dreizylinder-Benziner mit Turboaufladung und Direkteinspritzung. Die Maschine holt aus einem Liter Hubraum rund 120 PS; die Fahrleistungen entsprächen jenen eines 1,6-Liter-Motors, versichern die Ingenieure. Und der Verbrauch läge bei weniger als vier Litern, was einen CO2-Ausstoß von unter 100 g/km bedeutet.
Möglich macht das auch die Leichtbaukonstruktion der Studie. Der Rahmen besteht aus Stahl und Aluminium, die Sicherheitszelle aus Leichtmetall und die Karosserie aus einem Kunststoff, der sich bei Unfällen schadlos verformt und auf dem Schrottplatz problemlos recycelt werden kann. So sparen die Ingenieure gegenüber einem herkömmlichen Auto dieser Größe rund 140 Kilogramm.
Die Produktion des Dreizylinder-Motors soll schon bald beginnen und das Triebwerk dann beispielsweise in der US-Version des Fiesta antreten. Was für die Technik gilt, die Realisierung in der Großserie, bleibt dem Design wohl leider versagt. "Das ist ein reines Konzeptauto", zerstört Design-Direktor Freeman Thomas alle Hoffnungen. "Aber wir sind sehr gespannt, wie das Auto ankommt." Je größer die Zustimmung, desto höher wohl die Wahrscheinlichkeit, dass einige Stilelemente des Start nicht für immer im Keller verschwinden.