Großbritannien Autokauf im Supermarkt
Die Besucher der 522 Sainsbury's-Supermärkte können vor Ort oder per Telefon ein Auto bestellen. Dazu müssen sie eine Anzahlung von umgerechnet knapp 693 Mark leisten und sich auf eine monatliche Ratenzahlung von etwa 490 Mark verpflichten, teilt das Unternehmen mit.
Die Kunden können das Auto nach einer festgelegten Zeit ganz übernehmen oder wieder zurückgeben. Die Finanzierung wird über die hauseigene Bank abgewickelt; sie berechnet für die Ratenzahlung einen jährlichen Zinssatz von 10,9 Prozent.
Der Händler hatte den Autoverkauf im September 1999 in 60 Märkten getestet. Nach Auskunft des Sainsbury's-Bank-Managers Hamish Taylor war das Projekt "Sainsbury's Bank Drive" ein Erfolg. Vor allem der Peugeot 206 sei häufig geordert worden.
Sainsbury's ist der erste britische Händler, der in den Automarkt eingestiegen ist. Seit dessen Öffnung für andere Anbieter sind die Preise für Neuwagen gesunken. In Frankreich verkaufte Casino im vergangenen Jahr rund 300 Autos von Daewoo. Auch das französische Unternehmen Carrefour plant in diesen Markt einzusteigen, berichtet die "Lebensmittel-Zeitung".
Deutsche Einzelhandelskonzerne liebäugeln ebenfalls mit dem Einstieg ins Autogeschäft, und sie fühlen sich durch ein Wettbewerbs-Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) gegen Volkswagen Anfang Juli ermutigt. Die Richter verurteilten den Autokonzern zu einer Strafe von 176 Millionen Mark, weil er günstige Reimporte aus Italien unterbunden hatte.
Überdies läuft im September 2002 die so genannte Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) der Europäischen Union aus, nach der die Automobilhersteller ihre Neuwagen exklusiv über ausgewählte Händler vertreiben dürfen. Für den Fall, dass die Vertragshändler ihr Monopol verlieren, kündigten bereits Marktkauf, Tchibo, Otto und Karstadt den Autoverkauf an.