IAA-Architektur Bauwut in Frankfurt
Besonders Mercedes und BMW liefern sich bei der Biennale des Automobils in Frankfurt stets ein architektonisches Duell. Die bauliche Konkurrenz auf der Messe spiegelt etwas von dem Image wieder, mit dem die beiden Marken um die besser Verdienende Kundschaft buhlen.
Mercedes zum Beispiel residiert seit Jahren in der Festhalle gleich am Haupteingang der Messe. Der rötliche Kuppelbau mit den klassischen Proportionen wird in seinem Inneren meist so gestaltet, dass die Neuheiten der Stuttgarter auf mehreren Ebenen "erwandert" werden können. Vor zwei Jahren waren einige der spektakulärsten Auto-Exponate sogar kopfüber an die Decke montiert. In diesem Jahr wird die Halle etwas anders aussehen - man hört, dass Mercedes aus der Eröffnung des Messestandes einen kleinen Event machen möchte.
Von der Festhalle gelangt der IAA-Besucher ins Forum, das quasi den baulichen Puffer zwischen den Grundstücken von Mercedes und BMW bildet. In diesem schmalen Gebäude, das wie ein Riegel zwischen Festhalle und Freigelände liegt, sind die Marken Chrysler und Smart untergebracht, es gehört mithin noch in den Einflussbereich des Stuttgarter Konzerns.
Gleich nebenan residiert BMW. Die Münchner okkupieren auch in diesem Jahr das Freigelände "Agora". Dort entsteht seit Mai dieses Jahres unter der Aufsicht des Frankfurter Architekten Bernhard Franken ein Pavillon, den BMW "Dynaform" nennt. Das Bauwerk ist 130 Meter lang, zwischen 19 und 28 Meter hoch und besteht aus 15 Metallrahmen, die von einer 7200 Quadratmeter großen PVC-Haut überspannt werden. Im Grunde also hat BMW ein riesiges Hightech-Zelt aufgebaut, in dem auf Grund seiner geschwungenen Form "der Besucher die Empfindung der Beschleunigung erleben soll". Das Modell der so genannten Dynaform ist außer auf der IAA auch in der Ausstellung "Digital Real" im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt zu sehen.