IAA-Designstudien: Verführung ohne Folgen - DER SPIEGEL
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IAA-Designstudien Verführung ohne Folgen

Wenn auf der IAA Wagen auf Drehpodesten stehen, von lasziv blickenden Fotomodels flankiert werden und alle paar Minuten ein Helfer die Fingerabdrücke vom Hochglanzlack wienert, ist klar: Dieses Auto ist eine Studie. SPIEGEL ONLINE stellt die ausgefallensten vor.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt - Manchmal entsteht ein Messehingucker durch Zufall. Diese Geschichte jedenfalls gibt es offiziell bei Smart zu hören, wenn man sich nach dem Modell Crosstown erkundigt. Der Wagen ist die einzige echte Neuheit der Mercedes-Minimarke und wirkt auf den ersten Blick so, als hätten die Designer einen Jeep Wrangler für Donald Duck entwerfen wollen. Tatsächlich aber gab es einen einwöchigen Workshop, auf dem sich die Smart-Kreativen Gedanken zum Nachfolger des Fortwo machen sollten. Und bei dieser Gelegenheit warf dann einer eine Skizze zu Papier, aus der die Studie Crosstown entstand.

"Das Auto wird sicher niemals in Serie gehen", sagte ein Smart-Sprecher. Aber es zeige, wie wandelbar und interessant das Konzept sei. Der Crosstown misst mit 2,68 Metern Länge 18 Zentimeter mehr als der klassische Fortwo. Das Dach lässt sich abnehmen, die Windschutzscheibe nach vorne klappen, die Türscharniere liegen außen und die Fußmatten im Innenraum sehen aus wie Kanaldeckel. Insgesamt entsteht der Eindruck eines durchgestylten, poppigen Wägelchens, das gewiss kein Verkaufsschlager wäre, das aber große Sympathie verbreitet. Zumal es über einen Hybridantrieb verfügt - eine Technik, die bei dieser IAA in allen Facetten gezeigt wird.

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IAA-Studien: Vom Antara GTC bis Z4

Foto: REUTERS

Eine Konzeptauto ganz anderer Art ist das Z4 Coupé. Man werde diesen Wagen im kommenden Jahr bereits auf den Straßen sehen, heißt es bei BMW. Mit anderen Worten: Die Serienfertigung der Coupé-Version des Roadsters Z4 ist beschlossene Sache. Damit gibt es in absehbarer Zeit einen weiteren Porschejäger auf der linken Spur. Die Proportionen des Wagens sehen aus, als habe das BMW-Design einen Jaguar E-Type geschrumpft. Die Linienführung jedoch ist völlig eigenständig, sehr kühn und vor allem schlüssig. Toll sehen auch die dunklen 19-Zoll-Leichtmetallfelgen aus. Und auch der Innenraum, ganz in hellbraunem Leder gehalten, verrät gutes Stilgefühl. Nichts Neues dagegen steckt unter der Haube: Das Z4 Coupé trägt den bekannten 3-Liter-Reihensechszylinder mit einer Leistung von 265 PS.

Kombiversion des Mini

Völlig anders und doch ebenso spektakulär ist das gleißend helle Mini Concept, quasi die Kombiversion des Mini. Der gestreckte Knirps verfügt über zwei je 1,60 Meter breite Türen, die über eine Parallelogramm-Mechanik zugleich zur Seite und nach vorne bewegt werden können. Dadurch öffnet sich eine große Luke, durch die auch die Einzelsitze im Fond ohne Verrenkungen erreicht werden können.

Mini knüpft mit der Studie an den klassischen Traveller an, der vor 45 Jahren sein Debüt erlebte. Im Innenraum schufen die Designer mit weißem Leder, reichlich blankem Metall, einem Glasfaser-Geflecht an den Türverkleidungen und einem Nylonteppich eine kühle, aber doch freundlich-helle Atmosphäre. Die Chancen, dass ein Mini Traveller auf den Markt kommt, sind gut - die Chancen, dass er so aussieht wie das Konzeptauto, eher gering.

Beeindruckend ist auch die Studie Sassou von Mazda. Der Dreitürer überzeugt mit einer straffen Linienführung und vielen ausdrucksstarken Details: etwa den Front- und Heckscheinwerfern, den wuchtigen Türschwellen oder den komplett versenkten Türgriffen. Entstanden ist die Studie in Mazdas europäischem Designzentrum in Oberursel. So, wie er in Frankfurt steht, wird das Auto wohl niemals in Serie gehen - einzelne Details aber sind in einem künftigen Kompaktwagen der Marke vorstellbar.

Scharfer Kühlergrill und kinetisches Design

Ähnliches gilt für eine Reihe weiterer Studien, die derzeit auf der Automobilmesse ausgestellt werden. Bei Ford zum Beispiel soll die viertürige Coupé-Studie Iosis eine neue Designrichtung der Marke definieren. Vor allem der scharf geschnittene Kühlergrill und die satten Flächen sollen das ausdrücken, was Chefdesigner Martin Smith "kinetisches Design" nennt. Es ist der Versuch, bereits am parkenden Auto Bewegung auszudrücken. Diesen Anspruch formulieren fast alle Designer. Und mitunter erfüllen sie ihn auch, etwa beim Opel Antara GTC oder den beiden französischen Studien Renault Egeus, einem überaus sportlich geschnittenen Geländewagen, sowie beim Citroen C-Sportlounge, einem gedrungenen Kompaktvan mit gelb-schwarzem Captain-Future-Cockpit.

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