IAA-Partys: Dinner, Disco und Motoren - DER SPIEGEL
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IAA-Partys Dinner, Disco und Motoren

Bevor das Gedränge und Geschubse in den Frankfurter Messehallen beginnt, feiert die Branche ausgiebig. Zum Auftakt der IAA laden viele Hersteller die Motorjournalisten zum pompösen Beisammensein ein. In der diesjährigen Nacht vor dem Ausstellungsstart errang Ford die Party-Pole-Position.
Von Frank Wald und Jürgen Pander
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die große Premiere fand in einer alten Lagerhalle statt. Mit riesigem Aufwand hatte Ford die Immobilie im Riederwald zur Location "bluovalclub" aufgemöbelt. Diverse Speisetheken, japanisch oder italienisch zum Beispiel, waren aufgebaut, und die Mitte des Raumes beherrschte eine riesige runde Bar. Kurz vor 23 Uhr dann, die Stimmung war bereits dezent ausgelassen, hob erst Bassgewummer an, dann verwandelte sich die Bar in eine Bühne: Und darauf drehte sich, erst allmählich durch den Trockeneisnebel zu erkennen, der neue Ford Fiesta.

Eine große Show für ein eher kleines Auto. Aber ein äußerst wichtiges für den Konzern, wie Ford-Vorstandschef Rolf Zimmermann beim Vorstandsdinner wenige Stunden zuvor betont hatte. Das Abendessen fand, wie die darauffolgende Präsentation, an einem illustren Ort statt. Nämlich im 49. Stockwerk des höchsten Gebäudes Europas, der Commerzbank-Zentrale im Stadtzentrum von Frankfurt. Hier, rund 220 Meter über den oft verstopften Straßen der City, wurden Seezunge und Hummerkrabben, Poulardenbrust und Morcheln serviert. Quasi als Aperitif hatte Zimmermann angekündigt, Ford werde bis zum Jahr 2006 insgesamt 45 neue Modelle vorstellen. Er erwähnte in diesem Zusammenhang unter anderem den "automobilen Spaßmacher" Street Ka und einen Focus mit Brennstoffzellenantrieb.

Nur ein paar Straßen weiter, gegenüber dem Römer in der Schirn Kunsthalle, fand die "GM Art Night" statt. General Motors lud zu Umtrunk, Häppchen und Jazzmusik. Oben, im zweiten Stock, wo die Band spielte und das Essen gereicht wurde, fand der Partytalk vor Bildern von Richard Pousette-Dart statt. Unten, im Eingangsbereich, wo eine virtuelle Hostess, die ein bisschen aussah wie die Schwester von Lara Croft, die Gäste begrüßte, waren einige Designmodelle von Opel ausgestellt, außerdem der Cadillac CTS und das Konzeptauto Saab 9X.

In der Discothek "Living XXL" im Eurotower an der Kaiserstraße feierte VW. Die Wolfsburger zeigten noch keine Autos, sondern stellten ihre Party unter das Motto "crimson and clover". Auf den Tischen standen kleine Blumentöpfe, in die vierblättrige Kleeblätter gepflanzt waren, es gab diverse Buffets, darunter auch ein irisches, Guinness und Kilkenny vom Fass, und auf der Bühne spielte die Band Tears for Beers irischen Folk. Es wurde getanzt, getrunken, gelacht. Es wurden viele Hände geschüttelt, und es wurde ungefähr tausendmal der Satz gesagt: "Wir sehen uns noch."

Stimmt, denn die IAA, weswegen alle hierher gekommen sind, hatte zu diesem Zeitpunkt ja noch gar nicht angefangen. Aber wenn die Autos, die in Frankfurt ihre Premiere feiern, so gut sind wie die Partys pompös, dann brauchen sich einige Hersteller keine großen Sorgen mehr zu machen.

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