Comeback der Marke Renault Alpine: Dieses Mal wirklich
Sportwagen Alpine Lebenszeichen in Le Mans
Am Wochenende wurde in Le Mans mal wieder Geschichte geschrieben: Porsche hat mit einem Doppelsieg des 919 Hybrid nach fünf Jahren endlich mal die Audi-Serie durchbrochen. Doch die ersten zwei Höhepunkte gab es bereits, bevor das Rennen überhaupt gestartet wurde.
So hatte am Freitag vor dem Rennen Ford angekündigt, dass die Amerikaner im nächsten Jahr zum ersten Mal seit Ewigkeiten mit ihrem neuen GT wieder beim 24-Stunden-Rennen antreten werden. Pünktlich zum 50. Jubiläum des legendären Dreifachsieges des GT40. Und am Samstagnachmittag sorgte Renault für eine weitere Überraschung: Der 60. Geburtstag der Sportwagen-Marke Alpine wurde mit der Jungfernfahrt einer neuen Design-Studie gefeiert.
"Alpine Celebration" heißt die blaue Flunder, die im Prolog des Rennens ihre Ehrenrunde drehen durfte. Klein, flach und irgendwie ziemlich fragil steht er da, der Alpine-Hoffnungsträger. Das Mittelmotor-Coupé zitiert in vielen Details die historische Alpine A110. Mit ihr hatte die Geschichte des vom Renault-Händler und Rennfahrer Jean Rédélé gegründeten Unternehmens ab 1962 so richtig Fahrt aufgenommen.
Wilde Gerüchte in den PS-Blogs
Vorbild: Der legendäre A110 stand unverkennbar Pate für die neue Design-Studie
Foto: RenaultDie fahrbereite Studie erinnert in Details wie dem "A" mit dem gepfeilten Querbalken oder den markanten LED-Lichtern samt kreuzförmig überklebten Zusatzscheinwerfern an die historischen Rallye-Fahrzeuge der Marke. Schon seit mehreren Jahren spricht man bei Renault von einer Wiederbelebung der Marke Alpine. Mit ihr könnte wieder ein bisschen Lust und Leidenschaft ins Einerlei der Kleinwagen und Familienkutschen von Renault zurückkehren. 2016 soll nun tatsächlich ein Alpine-Serienmodell folgen, bestätigte ein Renault-Sprecher.
Zur Technik hört man von Renault noch nichts. Dafür wird im Netz auf einschlägigen PS-Blogs eifrig spekuliert: Die Karosserie soll, je nach Quelle, mal aus Karbon, mal wie früher aus Kunststoff oder wenigstens aus Aluminium geformt sein. Beim Motor ist von einem aufgeladenen Vierzylinder mit 1,6 oder 1,8 Litern Hubraum die Rede, der knapp 300 PS leisten und den Sportwagen in eine Liga mit Autos wie dem Alfa 4C und dem Toyota GT86 katapultieren soll. Bei den Preisen wollen die Franzosen angeblich die Bodenhaftung bewahren und beim Einstiegspreis zwischen 40.000 und 50.000 Euro bleiben, ist verschiedentlich zu lesen.
So zuversichtlich die Beteiligten sind: Niemand will auf ein Debüt wetten - oder gar den Premierentermin benennen. "Dass es diesmal wirklich klappt, glaube ich erst, wenn das Auto tatsächlich auf einem Messestand steht", sagt eine Führungskraft aus dem Renault-Designteam und nennt gute Gründe für diese Skepsis. Vor einigen Jahren war die Wiedergeburt bereits einmal zum Greifen nahe. Damals noch unter Renault-Chef Louis Schweitzer soll schon einmal ein Alpine-Comeback beschlossen, ein Auto aufgebaut und am Abend vor der Premiere in die Messehalle gebracht worden sein - nur um dann über Nacht doch wieder eingemottet zu werden.