Lexus-Strategie Geduld und Zuversicht
In den USA ist Lexus längst die führende Nobelmarke. Das gilt für die Verkaufszahlen ebenso wie für Image- oder Zuverlässigkeitswerte. In Deutschland ist das noch völlig anders: Zwar schneidet Lexus in einschlägigen Befragungen stets allerbest ab, doch gekauft werden die Autos sehr zögerlich. Im vergangenen Jahr setzte die Marke in Deutschland 2382 Fahrzeuge ab, in diesem Jahr werden es wohl rund 2500 Exemplare werden.
Lexus nennt sich selbst gerne "die jüngste Premium-Marke auf dem deutschen Markt". Dieses Image - unverbraucht, modern, offen, anders - wollen die Japaner im kommenden Jahr gleich durch drei neue Modelle unterstreichen. Im Frühjahr fahren der neue GS sowie der Hybrid-Geländewagen RX 400 H vor, im Herbst wird die neue IS-Baureihe folgen. Der GS war bereits beim Pariser Autosalon zu sehen. Der elegante Wagen ist das erste Lexus-Modell, das der neuen Designlinie namens "L-Finesse" folgt. Die Japaner orientieren sich dabei durchaus an europäischer Stilistik.
Als oberster Kreativer ins Designzentrum nach Japan zurückberufen wurde Wahei Hirai, bis Juni noch Präsident von Toyotas europäischen Designatelier in der Nähe von Nizza. Künftige Lexus-Modelle sollen frischer, aufregender, rassiger aussehen als die bisherigen Autos, die zwar technisch brillieren, aber doch recht bieder eingekleidet sind. "L-Finesse steht für Klarheit, Eleganz und Intuition", sagt Markus Schrick, Geschäftsführer von Toyota Deutschland.
Besonders große Hoffnungen ruhen auf dem Luxus-SUV RX 400 H. Erstens, weil die Kombination Lexus-Allrad offenbar ankommt. Der RX 300 ist der unangefochtene Bestseller der Marke in Deutschland. Zweitens deshalb, weil Lexus mit dem schnittigen SUV-Modell die Hybridtechnik erstmals in die Luxusklasse transportiert. Der Wagen wird von einem Benzin- und zwei Elektromotoren angetrieben. Etwa 270 PS werden bei diesem intelligenten Zusammenspiel mobilisiert und mehr als 200 km/h sollen möglich sein. Doch beim Verbrauch, verspricht Lexus, liege das Auto auf dem Niveau einer gehobenen Limousine mit Vierzylinder-Ottomotor.
Gerade der RX 400 H könnte deutlich machen, wie weit die technische Entwicklung bei Lexus längst gediehen ist. Jedenfalls haben deutsche Nobelhersteller noch kein Hybrid-Fahrzeug im Angebot; vermutlich wird Mercedes bei der R-Klasse als erster heimischer Anbieter ein Hybrid-Konzept verfügbar haben. Lexus trumpft aber auch mit dem Luxusschlitten LS 430 auf, der so leise fährt wie kaum ein anderes Auto.
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Und schließlich wird voraussichtlich im Herbst nächsten Jahres die nächste Generation des Lexus-Einstiegsmodells IS debütieren. Einen Vorgeschmack auf die Optik des Autos gab die Studie LF-C, die auf dem Autosalon in Paris zu sehen war. Dort allerdings wurde ein Modell mit vierfach verstellbarem Hardtop gezeigt. Diese Spielerei wird sich Lexus noch etwas aufheben, der IS kommt zunächst als geschlossene Version auf den Markt.
Im Herbst 2005 wird Lexus übrigens endgültig zu einer globalen Marke, denn dann erfolgt ihre Einführung auch im Toyota-Mutterland Japan. Dort werden bislang die Lexus-Fahrzeuge unter dem Toyota-Label verkauft, doch das soll sich ändern. Lexus plant gleich im ersten Jahr einen Absatz von 50.000 bis 60.000 Autos in Japan.
Für die Marke würde das einen gewaltigen Sprung nach vorne bedeuten. Zum Vergleich: 2003 wurden weltweit 324.000 Lexus-Modelle verkauft. In Deutschland brauchen die Verantwortlichen wohl noch etwas Geduld, bis die Zahlen ähnlich imponierend sind. Für den Rest der Welt aber herrscht bei Lexus derzeit Zuversicht.