Neuer PS-Rekord: Deutsche fahren immer stärker motorisierte Autos - DER SPIEGEL
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Neuer PS-Rekord Deutsche fahren immer stärker motorisierte Autos

Noch nie war die durchschnittliche PS-Zahl von Neuwagen in Deutschland so hoch: Sie stieg in den ersten sechs Monaten des Jahres auf 134,4. Vor allem die Beliebtheit von SUVs durchkreuzt Bemühungen mancher Politiker, für verbrauchsarme Fahrzeuge zu werben.
Daimler-Chef Zetsche präsentiert SUV: Geländewagen drücken den PS-Schnitt nach oben
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Foto: Bernd Weißbrod/ dpa
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Essen - Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) will mit gutem Beispiel vorangehen: Die Dienstkarosse, die sein Vorgänger Stefan Mappus (CDU) geordert hatte, bestellte er kurzerhand ab. Grund: der hohe Verbrauch (14 Liter auf 100 Kilometer). Kretschmann entschied sich für einen deutlich schlanker motorisierten Mercedes. Der verbraucht zwar auch stolze zehn Liter, aber der symbolische Akt zählte.

Ob Kretschmann zum Trendsetter wird, muss sich noch zeigen. Doch die jüngste Entwicklung ging in Deutschland in eine andere Richtung: Die Deutschen fahren immer stärker motorisierte Autos. Die durchschnittliche PS-Zahl von Neuwagen stieg in den ersten sechs Monaten dieses Jahres mit 134,4 auf einen neuen Rekordwert, wie eine am Samstag veröffentlichte Untersuchung des Center Automotive Research (CAR) an der Universität Essen-Duisburg ergab.

Als Grund nannte der Verfasser der Studie, Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer, die steigende Zahl sportlicher Geländewagen, sogenannter SUVs. Diese Autos, die mittlerweile fast jeden siebten Neuwagen ausmachen, haben demnach im Schnitt 165 PS.

Private Autokäufer liegen laut Studie unter dem bundesweiten PS-Durchschnitt. Ihre Autos haben demnach im Schnitt 125,4 PS. Deutlich stärker motorisiert sind hingegen die in Deutschland zugelassenen Dienstwagen: Sie kommen laut CAR im Schnitt auf 151,6 PS. Der Trend der steigenden Leistung werde sich wohl sogar fortsetzen, denn neuere Fahrzeuge seien in der Regel höher motorisiert als ihre Vorgängermodelle, erklärte Dudenhöffer.

Die Motorisierung der in Deutschland zugelassenen Neuwagen steigt seit Jahren an. Einen Knick gab es nur 2009: Damals kauften in der Wirtschaftskrise durch die Abwrackprämie besonders viele Verbraucher kleinere Autos, der Durchschnitt ging von 130,9 auf 117,2 PS zurück. 2010 waren es allerdings schon wieder durchschnittlich 129,9 PS.

bim/AFP

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