Norwegen Wasserstofftankstelle explodiert - Versorgung mit dem Treibstoff eingestellt
Zerstörte Wasserstofftankstelle in Sandvika (Norwegen)
Foto: NTB Scanpix/ Heiko Junge via REUTERSAus bisher ungeklärter Ursache ist eine Wasserstofftankstelle in Norwegen in Flammen aufgegangen. Medienberichten zufolge verletzten sich dabei zwei Menschen, die sich in einem nicht mit Wasserstoff betriebenen Auto in der Nähe aufhielten. Aufgrund der Explosion hätten die Airbags in dem Wagen ausgelöst - ohne dass es einen Aufprall gegeben hätte. Schwere Personenschäden habe es aufgrund des Vorfalls nicht gegeben, sagte der Chef der Betreiberfirma Nel Hydrogen, Jon André Lokke.
Aufgrund des Vorfalls, der sich bereits am Montagabend in Sandvika bei Oslo ereignete, brach die Wasserstoffversorgung für Autofahrer in Norwegen komplett zusammen. Nel Hydrogen schloss Medienangaben zufolge alle Stationen im Land und weitere im Ausland. Bevor die Anlagen wieder den Betrieb aufnehmen, müssten die Hintergründe der Explosion geklärt werden.
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Die Zeitung "Dagens Næringsliv" berichtete von verzweifelten Brennstoffzellenauto-Fahrern, die ihre Wagen nun stehen lassen müssen . "Es ist total tragisch", zitiert sie den Chef des Wasserstoffautoverbandes, Ulf Hafseld. Hersteller Toyota sicherte den Kunden leihweise Ersatzautos zu.
Weiterer Rückschlag für die Brennstoffzellentechnik
Für die Wasserstofftechnik ist der Vorfall zumindest in Norwegen ein weiterer herber Rückschlag. In dem skandinavischen Land dominieren batterieelektrische Autos, die jeden Monat zu Tausenden verkauft werden. Dagegen sind insgesamt nur etwa 170 Autos mit Brennstoffzellenantrieb zugelassen, die ebenfalls von üppigen Steuervergünstigungen profitieren. Die Zahl der Wasserstofftankstellen hatte sich zuletzt bereits verringert.
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Auch weltweit verbreiten sich Brennstoffzellenautos langsamer als von Verfechtern der Technik erhofft. Als ein Grund gilt das vielerorts noch dünne Netz von Tankstellen. Diese sind teuer, auch weil hohe Sicherheitsauflagen gelten. Wasserstoff ist leicht entzündlich. Zudem kosten die Fahrzeuge deutlich mehr als Elektroautos mit großem Akku, für die es in Europa bereits Zehntausende Ladestationen gibt. Anfang der Woche hatte Toyota bekannt gegeben, verstärkt auf batterieelektrische Autos zu setzen.
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In Norwegen lieferte Toyota nach dem Vorfall laut Medienberichten zunächst keine Brennstoffzellenautos mehr aus. Solange es keinen Treibstoff zu kaufen gebe, sei dies sinnlos. Auch Hyundai wollte den Kunden keine Wasserstoffautos übergeben, bis die Ursache des Feuers gefunden und die Versorgung wieder sichergestellt sei. Beide Unternehmen erklärten, dass sie die Technik prinzipiell für sicher halten. Toyota will demnächst ein günstigeres Model auf den Markt bringen.
An der Osloer Börse hinterließ der Zwischenfall ebenfalls Spuren. Aktien des Anlagenbetreibers Nel stürzten am Dienstag um bis zu 29 Prozent ab und reduzierten ihre Verluste später etwas. Das Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, Wasserstoff aus erneuerbaren Energien herzustellen, zu speichern und zu vertreiben.