Opel-Coupé-Historie: Schnittige Ahnen - DER SPIEGEL
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Opel-Coupé-Historie Schnittige Ahnen

Bei Opel müssen Coupés nicht immer zweitürig sein? Die Rüsselsheimer lesen den französischen Ursprung von der "abgeschnittenen" Dachpartie kurzerhand als "Auto mit sportlicher Linienführung und fließender Heckpartie". Voilà, damit steht die Ahnengalerie bis zum neuen Vectra GTS.
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Opel Commodore A - Verbindung zwischen Sportlichkeit und Komfort

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Auch den Commodore B gab es mit zwei oder vier Türen

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Opel Monza: vollwertige Rücksitzbank für drei Passagiere

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Opel Calibra: auch dieses Coupé geriet formschön und komfortabel

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Tatsächlich waren die Opel-Coupés, vom legendären GT mal abgesehen, immer schon Kreuzungen aus günstiger Großserientechnik und starker Motorleistung. Ende der sechziger Jahre bringt Opel mit dem Commodore A ein Auto, das sich erstmals über die strikte Trennung zwischen ausgeprägt sportlichen und komfortbetonten Fahrzeugen hinweg setzt.





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Ausgestattet mit einem 115 PS starken 2,5-Liter-Sechszylinder und reichlich Platz für bis zu fünf Personen trifft das als zwei- und viertürige Limousine sowie als Coupé angebotene Fahrzeug offenbar genau den Geschmack der Kundschaft. Dazu ist es auch noch schnell - jedenfalls für damalige Verhältnisse. Das Coupé erreicht 175 km/h Spitze, in der späteren GS-Version mit 130 PS sogar fast 190 km/h. Der Clou ist der 150 PS starke Commodore GS/E, eines der ersten Opel-Modelle mit Benzineinspritzung. 197 km/h Höchstgeschwindigkeit stehen in den Papieren. Bis Dezember 1971 werden 156.497 Exemplare - davon 70.333 Coupés und "GS"- sowie "GS/E-Modelle - des Familiensportlers verkauft.

Auf den Commodore A folgt in den Jahren 1972 bis 1977 der Commodore B, wahlweise als viertürige Limousine oder als zweitüriges Coupé erhältlich. Der Commodore C, von 1978 bis 1982 im Opel-Angebot, überließ mit 2,5 Litern Hubraum und 115 PS das Feld dem Opel Monza, der bereits 1977 auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt debütierte.

Auch der Monza bietet auf der Rückbank vollwertigen Sitzraum für drei Passagiere. Für das sportliche gezeichnete Schrägheck-Coupé mit langer Motorhaube, großer Heckklappe, variablem Fondraum sowie einem Kofferraumvolumen zwischen 425 und 765 Liter entscheiden sich bis 1986 sich insgesamt 43.812 Käufer. Der Monza startet mit einer Sechszylinder-Motorenpalette, deren stärkste Variante 180 PS aus drei Liter Hubraum leistet und das Coupé auf über 210 km/h beschleunigt.

Bei dem 1989 auf den Markt erscheinenden Calibra hatten die Opel-Designer vor allem zwei Ziele im Auge. Zum einen sollte der Neuling emotional ansprechen, zum anderen durfte die Form nicht zu Lasten von Komfort und Platzangebot gehen. Die Ingenieure leisteten ganze Arbeit: Das formschöne Coupé bot mit 0,26 cW den weltweit niedrigsten Luftwiderstands-Beiwert aller Serienfahrzeuge. Dennoch fanden durch die weit öffnenden Türen vier Personen samt Gepäck ausreichend Platz. Außerdem lobten sportliche Fahrer das sichere Fahrverhalten in allen Situationen, gesetztere Zeitgenossen hingegen den ausgewogenen Federungskomfort selbst auf üblen Schlaglochpisten.

Neben dem Grundmodell mit 115 PS sowie einer 150 PS Version erweitert 1992 ein allradgetriebener Calibra Turbo mit 204 PS die Modellpalette. Ein Jahr später sorgt ein Calibra V6 mit einer Leistung von 170 PS für souveränen Vortrieb. Bis 1997 wurden insgesamt 238.647 Exemplare des Opel Calibra verkauft.

Diese erfolgreiche Ahnenreihe soll jetzt der neue Vectra GTS fortsetzen. Wie seine "Vorfahren" ist auch die sportlich geschnittene Limousine ein Ableger der Großserienproduktion mit großzügigen Platzverhältnissen und sportlichen Attributen. Dafür spricht einerseits der 211 PS starke 3,2-Liter-V6-Motor, der ihn mit 248 km/h Spitze zum schnellsten Opel-Serienmodell aller Zeiten macht. Andererseits allerdings auch das Design, das zu sehr an die brave Limousinen-Version angelehnt ist. Ob er deshalb "ein Auto für Individualisten" wird, wie Opel-Chef Carl-Peter Forster meint, "die ihre automobile Leidenschaft auch nach außen dokumentieren möchten", bleibt indes abzuwarten.