Peugeot 20CUP Visionäres Dreirad
Zweispurige Front, einspuriges Heck, darauf eine Karosserie mit zwei separat eingelassenen Sitzwannen für zwei Hartgesottene, die ihren Kopf gern vom Fahrtwind beuteln lassen. Voilà, der Peugeot 20CUP. Das Konzeptauto von Peugeot soll auf der IAA in Frankfurt Hinweise auf gleich drei Neuheiten geben, die die Franzosen in nächster Zeit planen. Zum Beispiel, so heißt es, werde sich der Aufbau eines Rennwagens für die Le Mans Endurance Series (LMES), an der Peugeot teilnehmen will, "auf den 20CUP stützen - zwar in abgewandelter Form, aber in enger Anlehnung an dieses Concept-Car."
Für das Publikum interessanter dürfte eine andere Vorausschau sein. Das sportliche Dreirad lasse bereits "ein mögliches künftiges Modell erahnen", formulieren die Franzosen so vorsichtig, dass es schon wieder lustig ist. Denn weil in Kürze die Ablösung des betagten Kleinwagens 206 ansteht, gilt es als sicher, dass die Frontpartie des Konzeptautos der Frontpartie des kommenden Peugeot 207 schon sehr nahe kommt. Schließlich steckt unter der Haube ein neuer Motor, der ebenfalls demnächst in Serienautos auftauchen wird: und zwar in Modellen von Peugeot, Citroën und BMW.
Die Maschine nämlich entstammt der Kooperation zwischen PSA (Peugeot Citroën) und BMW. Es handelt sich um einen 1,6-Liter-Vierzylinder-Vierventiler mit Benzindirekteinspritzung, Turbolader und zwei obenliegenden Nockenwellen. Der Motor befinde sich noch "im Prototypenstadium", sagt Peugeot, er leiste derzeit 170 PS (125 kW) und entwickle ein maximales Drehmoment von 240 Newtonmeter. Das sind stolze Werte, und sie spiegeln eine Entwicklung wider, die typisch ist für den gegenwärtigen Ottomotorenbau: Kleinere Hubräume und damit weniger innermotorische Reibung und geringere Verbrauchswerte, zugleich aber moderne Einspritz- und Turbosysteme, um die Leistung zu maximieren.
Neben den drei Neuheiten, die Peugeot mit dem 20CUP präsentiert, ist das Auto auch für sich genommen ein feines Stück Technik. Die Karosserie besteht aus Karbonfaser, das Sechsgang-Schaltgetriebe wird über Schaltwippen am Lenkrad bedient, das Fahrwerk besteht aus doppelten Dreiecksquerlenkern mit entkoppelten Achsschenkeln vorne und hinten aus einer Einarmschwinge, deren Sensibilität sich per Knopfdruck verstellen lässt. Neu ist auch ein zentrales Infodisplay auf dem Lenkrad, das - unabhängig von der Drehung des Volants - stets ein horizontal ausgerichtetes Bild zeigt. Realisiert wurde bei diesem Auto auch konsequenter Leichtbau: Der 3,63 Meter kurze Wagen wiegt weniger als 500 Kilogramm. Die 170 PS haben also leichtes Spiel, einen furiosen Auftritt zu inszenieren. Doch zunächst muss das Auto im Stillstand die Blicke auf sich ziehen - und auch dafür stehen die Chancen nicht schlecht.