Porsche-Bilanz: Jubelzahlen in Mandarin - DER SPIEGEL
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Porsche-Bilanz Jubelzahlen in Mandarin

Die meisten Hersteller präsentieren ihre IAA-Neuheiten direkt am Stand, wo Rockmusik wummert und Hüllen von Autos gezogen werden. Anders Porsche: Die Zuffenhausener zelebrierten ihren Auftritt als ernste Pressekonferenz - mit neuen Rekordzahlen und in Mandarin.
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Frankfurt - Porsche rief, und das Gedränge war immens. Die Sitzplätze im Saal "Europa" reichten für die Journalisten aus aller Welt bei weitem nicht aus. Erstmals gab es sogar eine Simultanübersetzung in Mandarin, was vor allem die chinesischen Pressevertreter erfreute. Was sie und alle anderen dann vom Porsche-Vorstand zu hören bekamen, war wieder einmal die Geschichte vom kleinen, fast verkümmerten Sportwagenbauer, der von einem Magier namens Wiedeking ins Schlaraffenland geführt wurde.

Porsche-Chef Wendelin Wiedeking verkündete Zahlen, von denen andere Firmenchefs nur träumen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr, das bei Porsche am 31. Juli endete, verkaufte die Marke 88.379 Autos - ein Plus von 15 Prozent und ein neuer Rekord. In den USA kletterten die Verkaufszahlen in diesem Zeitraum um knapp neun Prozent, in Deutschland um 14,2 Prozent. "Obwohl die Stimmung in unserem Lande etwas speziell und das Umfeld alles andere als nett war", sagte Wiedeking.

Karriere für den Sportwagen

Demnächst soll alles noch besser werden. Porsche will nach den Worten des Chefs in den kommenden vier Jahren die 100.000er-Marke bei den jährlichen Verkäufen knacken. Vor allem dank des neuen Modells Cayman S, der auf der IAA vorgestellt und ab 26. November verkauft wird. Das zweisitzige Coupé auf Boxster-Basis tritt mit einem 3,4-Liter-Mittelmotor und 295 PS an, was den Wagen auf maximal 275 km/h beschleunigt und in 5,4 Sekunden von null auf Tempo 100 sprinten lässt. Gedacht sei das Auto für "aktive junge Leute", wirbt Wiedeking, "die ihren Karriereerfolg durch die Wahl dieses Sportwagens unterstreichen wollen". Karriere sollten potentielle Käufer in der Tat schon gemacht haben, denn rund 60.000 Euro müssen sie für den Cayman S locker machen.

Der vertrackten Situation, dass Porsche-Produkte in der Kategorie Spritverbrauch angesichts ihrer Leistung zwar vergleichsweise sparsam sind, in absoluten Werten aber immer noch ordentlich betankt werden müssen, versuchen die Zuffenhausener mit der Zauberformel Hybrid zu begegnen. Wiedeking kündigte an, bis "Ende dieses Jahrzehnts" den Geländewagen Cayenne mit Hybridantrieb auf den Mark zu bringen. Die Mischtechnik aus Benzin- und Elektromotor wird Porsche gemeinsam mit dem VW-Konzern entwickeln. Bereits gestern hatte Audi-Chef Martin Winterkorn gesagt, der neue Geländebrummer Q7 werde ab 2008 mit Hybridantrieb angeboten.

Panamera soll 20.000 Kunden bringen

Bei Porsche wird es noch länger dauern, was etwas rätselhaft erscheint. Die geballte Entwicklungsmacht mehrerer Firmen sollte es doch möglich machen, ein im Prinzip fertiges Auto zügig mit einer neuen Antriebstechnik zu versehen. Doch Porsche will sich in den nächsten Jahren offenbar auf die Entwicklung des komplett neuen Viertürers Panamera konzentrieren, der 2009 auf den Markt kommen soll. Nach Wiedekings Worten soll das Auto nicht nur die schmale Klientel für Luxuscoupés ansprechen, sondern alle Oberklassekunden. "Von denen gibt es weltweit rund eine Million pro Jahr", sagte der Porsche-Chef. Mindestens 20.000 von ihnen sollen sich dann für den Panamera entscheiden. Falls das gelingt, wird Porsche auch in den kommenden Jahren immer neue Rekordmarken verkünden können.

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