Premiere des BMW M5: Vollgas voraus - DER SPIEGEL
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Neuer BMW M5: Warmmachen für den Herbst

Premiere des BMW M5 Vollgas voraus

BMW lässt die Muskeln spielen. Auf der Automesse in Shanghai zeigen die Bayern kurz vor Ostern die neue Generation des M5. Die Powerlimousine büßt zwar zwei Zylinder ein, soll aber dennoch sportlicher fahren als je zuvor; und sparsamer soll der Renner obendrein werden.
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16.967 - exakt so viele Autos hat die BMW M GmbH im vergangenen Jahr verkauft und damit den Absatz trotz Wirtschaftsflaute und Klimakrise im Vergleich zum vorangegangenen Jahr noch einmal um 14 Prozent gesteigert. Dabei fuhr der BMW-Werkstuner sogar noch mit angezogener Handbremse. Denn mit den Modellen M6 Coupé, M6 Cabrio und M5 Limousine fuhren 2010 gleich drei Modellreihen der Submarke in den Ruhestand.

Insofern ist es verständlich, dass der Chef der BMW M GmbH, Kay Segler, den Neustart in diesen Lücken kaum erwarten kann und bereits jetzt die Werbetrommel für die kommenden Modelle rührt. Obwohl beispielsweise der neue BMW M5 erst im Herbst in den Handel kommt wird und deshalb bei der Automesse kurz vor Ostern in Shanghai offiziell noch als Studie präsentiert wird, zog Segler schon jetzt im kleinen Kreis erstmals das Tuch von der fünften Generation der Sportlimousine.

Während der Blick in den Innenraum noch von schwarz getönten Scheiben verwehrt wird, kann man die Insignien der M GmbH von außen bereits bestens erkennen. Die Frontpartie wirkt deutlich aggressiver als beim BMW-5er-Serienmodell, was vor allem mit den riesigen Nüstern unter den Stoßfängern zu tun hat. "Der Motor braucht Luft, Luft und noch mal Luft", sagt Segler. Optische Opulenz signalisieren auch die weiter ausgestellten Kotflügel mit den typischen Kiemen samt M-Logo, breite Seitenschweller und eine kräftige Kehrseite, die Hintermann vier mächtige Endrohre und einen breiten Diffusor entgegen reckt.

So sehr Segler vom sportlichen Design schwärmt, so wortkarg wird er bei Fragen nach der Technik und den Daten des Autos. Dabei ist es doch genau das, was die Statistiker am PS-Stammtisch interessiert. Segler lässt sich nur entlocken, was man ohnehin schon weiß. Zum Beispiel den Abschied vom exotischen V10-Motor. Statt des 507 PS starken Fünfliter-Kraftwerks baut die M GmbH nun auch dem M5 einen Achtzylinderaggregat ein, das bereits im X5 zum Einsatz kommt. Dort leistet der 4,4 Liter große Doppelturbomotor 555 PS - in der Limousine wird er wohl ganz ähnlich kalibriert sein. "Vielleicht spendieren wir dem M5 einen Zuschlag. Aber wir werden uns nicht an einem Wettrüsten mit der Konkurrenz beteiligen", sagt Firmensprecher Stefan Behr.

Stattdessen will BMW in Sachen Effizienz punkten. Der kommende M5 soll eine Start-Stopp-Automatik erhalten und gegenüber dem Vorgängermodell einen Verbrauchsvorteil von 25 bis 30 Prozent ermöglichen. Notorische Schnellfahrer müssen dennoch auf nichts verzichten. Das Höchsttempo von 250 km/h wird nahezu mühelos erreicht, und auf besonderen Wunsch rast der Wagen auch bis zu 305 km/h.

Natürlich wird diese sportliche Unvernunft teuer. Zur Markteinführung kostete die Vorgängerversion mindestens 86.200 Euro. Auch wenn das jetzt gezeigte Modell einen kleineren Motor haben wird, dürfte es wohl kaum günstiger werden.

Neues Doppelkupplungsgetriebe und ein aktives Differenzial

Zwei kleine Details lässt sich Segler bei seiner kurzen Sneak Preview im Werk der M GmbH dann doch noch entlocken: Das oft als wenig sportlich kritisierte Automatikgetriebe landet auf dem Altenteil und macht Platz für ein siebenstufiges Doppelkupplungsgetriebe. Und neben dem straff abgestimmten M-Fahrwerk soll an der Hinterachse ein aktives Differenzial mit variablem Sperrmoment verbaut werden.

Die Sportwagen im Business-Anzug sind für BMW ein lukratives Geschäft. Doch entstanden ist die potente Limousine vor mittlerweile fast 30 Jahren aus ganz anderen Gründen. "Damals wurde BMW-Vorstand Eberhard von Kuenheim in einem neuen 745i chauffiert, und die Personenschützer kamen in den BMW-5er-Typen kaum hinterher", berichtet ein Ingenieur, der schon damals bei der M GmbH arbeitete. "Deshalb wurde die Motorsportabteilung um Hilfe gebeten." Die Unterstützung wurde gewährt, der Rest ist Geschichte. Und zwar eine mit bis jetzt schon mehr als 50.000 verkauften Autos.