Renault-Studien Ein Van wird variiert
Die Grundidee der beiden Konzeptfahrzeuge ist clever. Beide stehen auf der gleichen Plattform, sind vier Meter lang und teilen sich etwa die Hälfte der Karosserieelemente. Doch an den entscheidenden Stellen variieren die beiden "Be Bops" das Thema Kompaktvan geschickt: der eine als robuster Gelände-Van, der andere als sportliche Version eines Familienautos.
Beide besitzen große Glasflächen und gegenläufig öffnende Türen, um einen möglichst großzügigen Raumeindruck beim Einsteigen und Fahren zu vermitteln. Beide zeichnet zudem ein weiches, fließendes Design aus, das die Grundform eines stilisierten Wassertropfens in unterschiedlicher Weise aufnimmt. Dadurch soll, so Renault, "eine typische Problematik der Kompaktvans: die mangelnde Windschlüpfrigkeit, die einen wesentlichen Faktor für den erhöhten Kraftstoffverbrauch darstellt", behoben werden. Zudem festigt die ebenso eigenständige wie sympathische Formgebung das Image der Franzosen als "Design-Marke".
Beginnen wir mit dem Be Bop in der Gelände-Variante. Das in Silber lackierte Auto verfügt über große 21-Zoll-Räder, 21 Zentimeter Bodenfreiheit und Allradantrieb. Das Fahrzeugheck öffnet sich per Knopfdruck: Die Heckscheibe fährt über das Fahrzeugdach, der feste Blechteil klappt nach unten, und es fährt eine Art Lade aus, auf die das Gepäck abgestellt werden kann.
Im Innenraum fällt vor allem dreierlei auf: Ein zentral von vorne nach hinten verlaufender Bogen, auf dem die wesentlichen Bedienelemente (Schalthebel, Musik- und Klimaanlage, Navigation) zu finden und an dem die Sitze befestigt sind. Dazu das minimalistisch und mit Mut zu frischen Formen gestylte Cockpit. Und schließlich können die beiden hinteren Sitze komplett unter die Vordersitze versenkt werden, so dass im Fond "ein gigantischer Stauraum" (Renault) entsteht. Angetrieben wird der Be Bop von einem 1,6-Liter Benziner mit 115 PS (84 kW), der mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe gekoppelt ist.
Der sportliche Be Bop ganz in Gelb ist etwas breiter und deutlich niedriger als das SUV-Modell - und verfügt über einen wesentlich kräftigeren Antrieb. Ein Zwei-Liter-Turbomotor mit 225 PS (165 kW) treibt die Vorderräder des Prototypen an. Technische Details wie die LED-Scheinwerfer und die Leuchtstreifen am Heck teilt er sich mit dem Zwillingsmodell und auch das Innenraumkonzept ist vergleichbar. Allerdings bietet die Sportvariante ein ganz anderes Styling: Dazu gehören unter anderem schwarze Sportsitze sowie ein filigran geformter Schalthebel.
Auch wenn diese Autos so, wie sie auf der IAA präsentiert werden, nicht auf die Straße kommen werden: Renault zeigt mit den Be-Bop-Studien zweierlei. Erstens, dass sich die Kompaktvan-Klasse in Zukunft in unterschiedliche Varianten ausdifferenzieren wird. Und zweitens, dass die Marke, die den Slogan "créateur d'automobile" vor sich her trägt, weiterhin die Design-Vorhut unter den Volumenherstellern bildet.