Bundesrat erlaubt Saisonkennzeichen für Oldtimer - DER SPIEGEL
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Autoklassiker Bundesrat erlaubt Saisonkennzeichen für Oldtimer

Oldtimer-Fans können bald bei den Unterhaltkosten für ihre Autoklassiker sparen: Bislang mussten sie für das ganze Jahr die Kfz-Steuer bezahlen - jetzt hat der Bundesrat die Vergabe von Saisonkennzeichen genehmigt.
Oldtimer von Mercedes-Benz
Oldtimer von Mercedes-Benz

Oldtimer von Mercedes-Benz

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Daimler

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Oldtimer-Besitzer in Deutschland können sich über erhebliche Steuerersparnisse freuen. Künftig dürfen historische Autos mit H-Kennzeichen auch mit Saisonkennzeichen - also nur für einige Monate im Jahr - angemeldet werden. Das teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) in einem informellen Schreiben an Oldtimer-Clubs mit. Vorausgegangen war eine entsprechende Verordnung durch den Bundesrat.

Bislang galt die Kombination von Oldtimer-Kennzeichen und Saisonkennzeichen als unzulässig. "Für ein Verbot dieser Kombination ist aber kein sachlicher Grund ersichtlich", heißt es in der Verordnung. Die Fahrzeug-Zulassungsverordnung und andere straßenverkehrsrechtliche Vorschriften sollen nun geändert werden. Wer seinen Oldtimer nur für einige Monate wollte, musste bislang das reguläre Saisonkennzeichen beantragen. Bei diesem gilt allerdings der normale, also für viele Oldtimer teurere Steuersatz, der sich unter anderem nach dem Schadstoffausstoß richtet.

"Das war schon lange ein Wunsch", sagt Mario De Rosa, Vorsitzender der Initiative Kulturgut Mobilität. Die Lobby-Vereinigung setzt sich für die Interessen von Oldtimer-Fahrern ein. "Es gibt genügend Leute, die sagten: Warum soll ich das ganze Jahr Steuern bezahlen für ein Fahrzeug, das ich nur sechs Monate nutze?", sagt De Rosas, der erwartet, dass sich das neue Saisonkennzeichen für Oldtimer rasch verbreiten wird. "Das könnte sich zu einem Erfolgsmodell entwickeln."

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Foto: GM Heritage Archive

Fakt ist, dass viele Oldie-Besitzer ihre Fahrzeuge nur in der schönen Jahreszeit fahren. Wenn der Herbst beginnt, wird ein Großteil der Klassiker in der Garage eingemottet und überwintert dort bis zum Frühjahr. Die Kfz-Steuer gilt trotzdem für das ganze Jahr. Wenn viele Oldtimer-Fahrer von dem neuen Saisonkennzeichen Gebrauch machen, ist damit auch von einem Rückgang der Kfz-Steuereinnahmen auszugehen.

"Das wird wohl noch einige Wochen dauern"

Oldtimer sind im Trend, seit Jahren steigen die Zulassungszahlen. 2016 waren knapp 350.000 Pkw mit H-Zulassung in Deutschland angemeldet - so viele wie noch nie. Bislang teilten die Kfz-Zulassungsbehörden ein H-Kennzeichen aber nur zu, wenn ein klassisches Fahrzeug das ganze Jahr über angemeldet wurde.

Generelle Voraussetzungen für das Sonderkennzeichen sind ein Mindestalter des Fahrzeugs von 30 Jahren und ein weitgehend originaler, unverbastelter Zustand. Der Steuerbetrag liegt dann pauschal bei etwas mehr als 191 Euro pro Jahr. Attraktiv ist dies vor allem für Besitzer von hubraumstarken Klassikern, die ohne H-Kennzeichen ein Vielfaches an Kfz-Steuern zahlen müssten. Außerdem haben mit dem H-Kennzeichen auch Autos ohne Katalysator freie Fahrt in die Umweltzonen der Großstädte.

Laut Verband der Automobilindustrie wird die Verordnung des Bundesrats erst mit einer entsprechenden Veröffentlichung im Amtsblatt gültig. "Das wird wohl noch einige Wochen dauern", sagte eine VDA-Sprecherin.