Suzuki-Studien: Die elastischen Vier - DER SPIEGEL
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Suzuki-Studien Die elastischen Vier

Phantasie ist Trumpf, wenn japanische Autohersteller auf ihrer Heimatmesse in Tokio in die Zukunft blicken. Vor allem Suzuki zeigt in diesem Jahr Autos, die zwischen Comic und Science-Fiction angesiedelt sind. Hier ist der erste Blick auf das skurrile Quartett.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Trügen die vier Autos nicht das zackige Suzuki-"S" auf der Nase, man käme niemals auf die Idee, dass diese Vehikel von ein und demselben Hersteller geformt und auf die Räder gestellt wurden. Dem ist aber so, und es lässt sich beim besten Willen kein Detail erkennen, an dem die Markenzugehörigkeit abzulesen wäre. Scheinwerfer, Kühlergrill, Seitenlinie oder Fenstergrafik - die Suzuki-Designer arbeiten offenbar mit höchst elastischen Vorgaben. Andererseits wirkt diese Vielfalt auch wunderbar unkonventionell unter all den durchgestylten Modellen, die manchmal auf Krampf die markentypischen Elemente aufgesetzt bekommen.

Suzuki jedenfalls hat mit seinen vier Studien, die den Stand des Herstellers bei der 39. Tokio Motor Show schmücken sollen, ein Art automobilen Lebenslauf entworfen. Am Beginn steht der Kleinwagenknirps LC. Der triste Name gehört zu einem lustig geformten Automobil, an dem wohl auch Donald Duck seine Freude gehabt hätte. Zum naiven Retro-Look passen zum Beispiel auch die grob karierten Sitzbezüge im Stil der Fünfziger.

Die Nummer zwei in dieser Reihenfolge wäre dann das Modell namens Mom's Personal Wagon. Dieses Auto, teilt Suzuki mit, sei "ein auf die Bedürfnisse junger Mütter zugeschnittener Kleinwagen". Der kompakte Viertürer ist vergleichsweise geräumig und verfügt über eine komplett nach vorne klappbare Beifahrersitzlehne, so dass der Nachwuchs auf der Rückbank bequem erreichbar ist.

Der futuristischste Typ des Quartetts ist das Modell Ionis. Die Karosserie wirkt wie für die Rohrpost gestylt, eine Art Projektil, dem die typischen Pkw-Proportionen völlig fehlen und dessen Bumerang-förmigen Scheinwerfer und Seitenkonturen dem Auto trotz der fülligen Form eine gewisse Dynamik verleihen. Der Clou des Viersitzers aber ist die Technik, denn das Fahrzeug wird von einer Brennstoffzelle und einem Elektromotor angetrieben und komplett elektronisch gesteuert. Internetzugang und Satellitenfernsehen sind ebenfalls an Bord.

Wenn die Ansprüche an die Transportkapazität noch größer sind, wäre die Großraumlimousine P.X. vielleicht der passende Begleiter. Die sechs Recarositze des Konzeptautos sind in drei Reihen angeordnet. Insgesamt wirkt der Wagen am ausgereiftesten und sein Design am nächsten an der Serienreife. Andererseits aber gilt die Marke aus dem japanischen Hamamatsu - immerhin der zwölftgrößte Automobilhersteller der Welt (2,01 Millionen gebaute Autos im Geschäftsjahr 2004/05) - als Spezialist für Kleinwagen. Suzuki selbst bezeichnet sich als "international führender Anbieter von Kleinwagen". Und vielleicht haben ja doch die beiden Studien LC und Mom's Personal Wagon die größten Chancen auf eine Realisierung.

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