Verrückte Tuning-Modelle: Hammer-Autos unterm Hammer - DER SPIEGEL
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Verrückte Tuning-Modelle Hammer-Autos unterm Hammer

Er ist der John Cleese des Fahrzeugtunings: Andy Saunders verwegene Auto-Unikate sind der Beweis dafür, dass britischer Humor auch auf den Fahrzeugbau anwendbar ist. Seine irrsten Kreationen werden demnächst in London versteigert. Eine Werkschau.
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Gegen Andy Saunders sind die Schrauber aus der MTV-Serie "Pimp My Ride" echte Langweiler. Was der britische Tuner und Karosseriebauer auf die Räder stellt, lässt die Kreationen der Mechaniker von West Coast Customs arg bieder aussehen. Auch die meisten Designstudien aus Genf oder Paris können nicht mit Saunders' Schaffenskraft konkurrieren.

Es gibt noch einen Unterschied zu anderen Unikaten: Saunders' Modelle kann man jetzt sogar kaufen. Rund ein Dutzend der insgesamt mehr als 40 Entwürfe aus gut 30 Jahren kommen am 29. Oktober bei einer gemeinsamen Auktion von RM und Sotheby's in London unter den Hammer.

"Diese Kollektion beschreibt man am besten als Kunst auf Rädern", sagt Max Girardo, der die Europa-Division vom RM Auctions leitet. "In jedem einzelnen Stück verschmelzen Saunders Leidenschaft für Autos mit seinem künstlerischen Talent, seiner wilden Vorstellungskraft und seinen kreativen Vision", lobhudelt Girardo wie ein Feuilletonist. "Das ist buchstäblich Kunst, die bewegt." Und das meint der Auktionator durchaus wörtlich, denn die meisten Autos sind tatsächlich fahrbereit.

Zur ersten Charge der Kollektion, die Ende des Monats im Londoner Battersea Park unter den Hammer kommt, zählt eine quietschbunte Ente. Wenn Picasso Autos entworfen hätte, dann würden sie wohl so aussehen. Kein Teil passt so recht zum anderen, keine Linie ist parallel und kein Winkel gleicht dem anderen.

Außerdem mit dabei sind der Mini HaHa, der schon 1961 das Ideal vom handlichen Stadtauto vorweg nahm, der verrückte Bentley Mulsanne, der unter Saunders Hand zum "Mentley Insanne" ("geistig gestört") wurde, ein zum Hummer aufgeblasener Suzuki Wagon R. Ferner das für eine britische TV-Serie gebaute "All-Ego"-Cabrio des Austin Allegro von 1977, Replicas eines Lancia Stratos und eines VW Beach Buggies, ein Cord 810 Sportsman von 1936 und ein Saab 9-5 Van aus dem Jahr 1962.

Die schärfste Studie, die Ford nie gebaut hat

Ebenfalls den Besitzer wechseln soll der Fiat 126 "Flat Out", den Saunders vor neunzehn Jahren auf 60 Zentimeter Höhe drückte und so zum womöglich flachsten Sportwagen aller Zeiten machte. Mit solchen Plattfischen hat der Brite Erfahrung: Schließlich hält er auch den Weltrekord für den am tiefsten tiefergelegten VW Bus: Nachdem er 1980 drei Tage lang vor 34.000 Autofans auf einer Bühne geflext, geschweißt und geschraubt hatte, war sein T3 nur noch 90 Zentimeter hoch. Das spektakulärste Stück in der Sammlung ist allerdings der Ford X-2000, der an die glorreichen Zeiten der GM Motoramas und der Jetcars erinnert und die womöglich schärfste Studie ist, die Ford nie gebaut hat.

Natürlich fällt es Saunders nicht leicht, sich von seinen Autos zu trennen. Schließlich stecken in ihnen viele Jahre seines Lebens und tausende Stunden Arbeit in Garage und Atelier. Doch offenbar blieb ihm keine andere Wahl: "Ich wurde immer besser und immer schneller", sagt Saunders. "Irgendwann hatte ich mehr Autos als Platz. Deshalb ist der Verkauf die logische Konsequenz." Viel Leerstand wird er allerdings nicht haben. Denn wenn die Auktion gut läuft, will Saunders gleich die nächste Kollektion auflegen – schon in zwei Jahren soll sie fertig sein.

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