Volvo C70 Ohne Mütze in den Winter
Volvo tauscht die Mütze gegen einen Helm: Wenn nach der Weltpremiere auf der IAA im September in Frankfurt Anfang nächsten Jahres der neue C70 an den Start geht, trägt er kein konventionelles Faltdach mehr, sondern ein versenkbares Hardtop. Das ist zwar seit dem Mercedes SLK und dem Peugeot 206 CC keine Sensation mehr, bleibt aber in diesem Segment - zumindest bis zum Debüt des Volkswagen-Cabriolets - noch die Ausnahme. Denn kein anderes Cabrio von diesem Format überspannt bis dato die gut zwei Meter zwischen Lenkrad und Rückbank mit einer massiven Konstruktion.
Allerdings haben die Schweden dafür gemeinsam mit ihrem Kooperationspartner Pininfarina ein wenig getrickst und betreiben einen dezenten Etikettenschwindel: Anders als der vor sieben Jahren präsentierte Vorgänger steht das neue Cabrio nicht mehr auf einer Plattform mit dem S60, sondern nutzt die kleinere Bodengruppe des S40, auf der auch der Ford Focus aufbaut. Kein Wunder also, dass sich die Kölner der schwedischen Technik auch für ihr eigenes Cabriocoupé bedienen werden.
Weil Volvo bislang kaum Detailinformationen verrät, fällt ein Größenvergleich zwischen Alt und Neu erst einmal schwer. Doch versprechen die Schweden zumindest, dass sich das Format nicht nennenswert geändert habe und der aktuelle C70 als Coupé wie als Cabrio genügend Platz für vier Erwachsene biete. Sehr viel offener kommuniziert die Ford-Tochter dagegen den Gewinn an Steifigkeit, der dank zusätzlicher Streben bei 10 bis 15 Prozent liegen soll und sich vor allem auf schlechten Straßen positiv bemerkbar machen werde. Und auch die Sicherheit soll steigen, weil Volvo eigens für das Cabrio einen Kopfschulter-Airbag entwickelt hat. Da dieser Luftsack bei einem offenen Modell schlecht im Dachholm integriert werden kann, wurde der Lebensretter kurzerhand in die Tür verlegt. Dort bläst er sich nun bei Bedarf nach oben auf, wird besonders fest und hält die Luft länger als alle anderen Airbags, so dass er selbst bei einem Überschlag noch Schutz bieten kann.
Ebenfalls schon recht konkret ist die Antriebspalette, mit der das Cabrio Anfang nächsten Jahres an den Start gehen wird. Zur Wahl stehen dann zunächst zwei Motoren in drei Leistungsstufen vom 2,4-Liter mit 103 kW/140 PS bis zum Fünfzylinder-Turbo, der aus 2,5 Litern 162 kW/220 PS schöpft. Später soll es für das Cabrio sogar erstmals Dieselmotoren geben.
Nur hinter den Preisen stehen noch Fragezeichen. Denn ein halbes Jahr vor Markteinführung sind die Schweden in diesem Punkt so verschlossen wie der C70 im arktischen Winter. Doch mit ein wenig Mathematik kommt man schon weiter: Weil der Vorgänger bei 36.200 Euro anfängt und die Limousine mit dem stärksten Motor als Fronttriebler bei 33.750 Euro, wird der Preis für das Open-Air-Modell wohl irgendwo dazwischen liegen.