VW Touareg Wüster Wolfsburger
Benannt wurde der neue Volkswagen nach dem Nomadenvolk der Sahara, die in Wolfsburg "für ihren Stolz, ihre Intelligenz und Würde sowie für ihre Anpassungsfähigkeit an die unterschiedlichen Lebensbedingungen" bekannt sind.
Auch wenn das Fachblatt "auto, motor und sport" unkt, die Bezeichnung könne im größten SUV-Absatzmarkt USA, wo seit den Terroranschlägen des 11. Septembers alles Muslimische suspekt sei, nach hinten los gehen. Für VW symbolisiert der Name zugleich "die Anpassung der zukünftigen Volkswagen Offroad-Limousine an verschiedenste Fahrbedingungen".
Dafür sollen nicht zuletzt die starke Motorenpalette sorgen. Fünf-, Sechs-, Acht- und Zehnzylindermotoren mit bis zu 313 PS müssen es schon sein, um mit dem Touareg auf völlig neuem Terrain gegen die etablierte Konkurrenz Mercedes M-Klasse und BMW X5 zu bestehen.
Zur deutschen Markteinführung im Herbst 2002 wird der Touareg zunächst mit einem 3,2-Liter-V6-Benziner und einem 5,0-Liter-V10-TDI angeboten. Der V6-Motor leistet 162 kW / 220 PS und entwickelt bis zu 305 Newtonmeter Drehmoment.
Als stärkster Pkw-Dieselmotor der Welt gilt der Zehnzylinder-Diesel mit Pumpe-Düse-Direkteinspritzung und Biturbo-Aufladung. Er leistet 230 kW / 313 PS und entwickelt gewaltige 750 Newtonmeter Drehmoment schon bei 1800 Umdrehungen. Anfang nächsten Jahres sollen dann noch zwei weitere Motorisierungen, ein neuer Fünfzylinder-TDI mit 2,5 Litern Hubraum und ein 4,2-Liter-V8-Benziner, folgen. Und sogar an einen Zwölfzylinder mit sechs Litern Hubraum ist gedacht. Für die Kraftübertragung stehen grundsätzlich Sechsgang-Getriebe zur Verfügung, je nach Motorisierung als Schaltgetriebe oder Automatik.
Mit 4,75 Metern Länge, 1,93 Metern Breite, 1,72 Metern Höhe und einem Radstand von 2,86 Metern zählt der Touareg eindeutig zu den Geländewagen der Oberklasse. Für die Drecksarbeit abseits befestigter Pisten ist er mit allem notwendigem serienmäßig ausgestattet: permanenter Allradantrieb mit Geländeuntersetzung und automatisch oder manuell sperrbaren Differentialen, der je nach Anforderung bis zu 100 Prozent der Antriebskraft an eine der beiden Achsen übertragen kann.
Das serienmäßige 4-Rad-EDS erledigt die Feinverteilung der Antriebskraft auf die Räder. Extremen Offroad-Einsatz ermöglichen auch die bis zu 300 Millimeter Bodenfreiheit (neuer Range Rover: 280 Millimeter) sowie die beeindruckende Wattiefe von 585 Millimeter, mit der theoretisch auch überflutete Streckenabschnitte, wilde Wasserläufe oder kleine Seen durchquert werden können. Theoretisch...
Praktisch wird der VW Touareg wegen seines hohen Langstrecken-Komforts wohl eher als Freizeit- und Reisewagen genutzt werden. Dafür sprechen nicht nur die selbsttragende, extrem steife Karosserie, die im Zusammenspiel mit der Doppelquerlenker-Konstruktionen an Vorder- und Hinterachse mit akustisch isoliertem Hilfsrahmen, die Geräusch- und Komfortniveau einer Oberklasselimousine mit der Fahrpräzision eines sportlichen Pkw verbindet. Oder die vom Phaeton bekannte Luftfederung (optional, ab Achtzylinder serienmäßig), die den der Wagen ab 125 km/h automatisch um 25 Millimeter absenkt. Von seiner Konstruktion her sei der Touareg, so VW, "auf eine Spitzengeschwindigkeit von mehr als 250 km/h ausgelegt".
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Auch das Interieur ist in Design und Ausstattung an VWs neue Oberklasselimousine angelehnt. Fünf Sitze, vielfach einstellbares Lenkrad und separate Klimaanlage (optional) für die hinteren Passagiere sowie ein großes Gepäckfach, das je nach Stellung der Rücksitze 555 bis 1570 Liter schluckt, schaffen Voraussetzungen für komfortables Reisen.
Und auch in punkto Sicherheit erfüllt der Touareg Pkw-Niveau. Serienmäßig schützen Front-, Seiten und Curtain-Airbags, aktive Kopfstützen vorne sowie Dreipunktgurte auf allen Sitzen die Passagiere. Den aktiven Sicherheits-Part übernehmen ABS, ASR, ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) und HBA (Hydraulischer Bremsassistent). Die Bremsanlage mit innenbelüfteten Scheiben soll auch bei voller Beladung und Ausnutzung der 3,5 Tonnen Anhängelast solide Verzögerungswerte garantieren.