Subaru Outback: Kennt den jemand?
Subaru Outback Der Tiefstapler
Das Angebot im SUV-Segment ist mittlerweile unübersichtlich geworden, die Massenhersteller bieten vom aufgebockten Kleinwagen bis zum voluminösen Dickschiff fast sämtliche Größen an. Der Subaru zählt eher in letztere Kategorie - und er ist ein Geheimtipp. Kaum ein deutscher Autofahrer, der sich für einen großen Familien-SUV interessiert, hat den Wagen auf dem Zettel.
Dabei bietet der erst kürzlich aufgefrischte Allradler reichlich Platz, moderne Sicherheitssysteme, robuste Antriebstechnik, ein souveränes Fahrerlebnis und - wohl der wichtigste Punkt - erstaunlich viel Auto fürs Geld.
Größenmäßig ist der Subaru Outback ziemlich genau zwischen VW Passat Alltrackund Audi A6 Allroad positioniert, angeboten wird er ab 34.400 Euro. Unser Testwagen war allerdings deutlich teurer, dafür aber auch mit allem ausgestattet, was Subaru für den Outback im Angebot hat. Kurz gesagt handelte es sich um die Variante 2.5i Sport Lineartronic zum Preis von 41.300 Euro. Diese Modell verfügt über einen 2,5-Liter-Vierzylinder-Benziner-Boxermotor mit einer Leistung von 175 PS, ein stufenloses Getriebe und die volle Assistenzsystem-Dröhnung. Allradantrieb ist bei der Baureihe Outback ohnehin obligatorisch.
Subaru verfolgt beim Outback ein ebenso einleuchtendes wie wirkungsvolles Konstruktionsprinzip, nämlich technische Symmetrie. Der komplette Antriebsstrang ist exakt an der Mittelachse des Autos von vorn nach hinten ausgerichtet: beginnend beim Boxermotor, dessen Kurbelwelle auf dieser Achse liegt, über das Getriebe, den Achsantrieb und das hintere Differenzial.
Die simple Anordnung sorgt für eine ausgeglichene Gewichtsverteilung und, für das Fahrverhalten mindestens ebenso entscheidend, eine gleichmäßige Kraftverteilung. Dazu kommt noch der niedrigere Schwerpunkt des Autos aufgrund der flachen Bauart des Boxermotors und der daraus resultierenden tieferen Einbaulage.
Beim Fahren macht sich das positiv bemerkbar. Wenn man beispielsweise das stattliche Auto, immerhin 4,82 Meter lang und gut 1,6 Tonnen schwer, hurtig in die 180-Grad-Kurve einer Autobahnabfahrt lenkt, fühlt sich das präzise an. Die Karosserieneigung bleibt dezent, das Auto zieht einen sauberen Schwung, und am Lenkrad spürt man nicht einmal ein zartes Zucken.
"Sport" - das ist dann doch etwas übertrieben
Trotz "Sport"-Ausstattung ist der Outback allerdings alles andere als ein sportliches Auto. Die Motorleistung von 175 PS ist zwar üppig, das in Kombination mit diesem Motor ausschließlich verfügbare CVT-Getriebe jedoch erstickt dynamischen Drang schon im Keim.
Das ist in Ordnung, denn wir sitzen hier in einem geräumigen Familienwagen, der optisch zwischen Kombi und SUV angesiedelt ist und konzeptionell zwischen Geländewagen und Minivan. Anders gesagt: Es gibt reichlich Platz, eine erhöhte Bodenfreiheit (20 Zentimeter) und robuste Technik.
Spezielle Spritspartechnik gibt es allerdings nicht. Subaru gibt den Durchschnittsverbrauch mit sieben Liter je 100 Kilometer an, bei gut acht Litern pendelte sich der Wert während unserer Testfahrten ein.
Abkehr vom einstigen Schmalspur-Interieur
Was ebenso auffällt wie das souveräne Fahrverhalten, ist das klar gegliederte Innenraumdesign. Kein einziges Detail erinnert mehr an die verquasten Billigplastikgebilde früherer Modelle. Im Gegenteil: Was Übersichtlichkeit und Gliederung der Tasten betrifft, ist das Outback-Interieur an einigen Stellen sogar beispielhaft. Etwa die klar gegliederte Armaturentafel oberhalb der Mittelkonsole mit dem großen Sieben-Zoll-Touchscreen.
Weniger geglückt ist das Tastenfeld links unterhalb des Lenkrads - derlei Ungereimtheiten sind die Kehrseite von immer mehr Funktionen, die in den Autos stecken und die dann auch irgendwie bedient werden müssen.
Das Cockpit im Subaru Outback
Foto: PanderDie Designer des Unternehmens, so scheint es, haben eine ruhige, solide Linie gefunden. Und wie die Ingenieure bei Subaru ticken, lässt sich am neuen Fahrassistenzsystem "Eyesight" studieren, das eher simpel aufgebaut ist, seinen Zweck jedoch besonders gut erfüllt. Es besteht aus zwei Kameras, die links und rechts des Innenspiegels positioniert sind.
Mithilfe der Stereobilder der beiden Kameras kann die Elektronik Abstände und Winkel messen und so zuverlässig andere Verkehrsteilnehmer identifizieren. Das US-amerikanischen Insurance Institute for Highway Safety (IIHS) gab dem "Eyesight"-System als einzigem die Höchstpunktzahl in der Kategorie "Verhinderung eines Frontalaufpralls".
Je nach Auswertung dieser Kameradaten wird der Kollisionswarner, der Spurhalteassistent, der Anfahrassistent oder die Notbremsfunktion aktiviert. Ebenso liefern die Kameras die Daten für die adaptive Abstands- und Geschwindigkeitsregelung. Als einzelnes Extra ist das System allerdings nicht zu haben, man muss schon zu einer der teureren Outback-Varianten mit Paketausstattung greifen.
Aber wer es gehobener will, wird wohl kaum einen Subaru in Betracht ziehen. Hierzulande ist der Outback nur dann ein wirklicher Geheimtipp, wenn man die fünfjährige Garantie und die Preise der Basismodelle als Vergleich zur Konkurrenz heranzieht.