Autogramm Toyota Proace Verso: Kastenweise
Autogramm Toyota Proace Verso Platzhirsch
Der erste Eindruck: Bullige Schnauze, breite Schultern - der Toyota Proace sieht schon von Weitem so aus, als könnte er ordentlich was einstecken.
Das sagt der Hersteller: Es gibt den Proace wie fast alle Kleintransporter in der abgespeckten und rustikalen Gewerbe-Variante - und als Pkw für Privatpersonen. Toyota feiert diese Version mit dem Namenszusatz Verso als "Fahrzeug für die besondere Art des Reisens". Hervorgehoben werden "Raum und Vielseitigkeit", die in dieser Ausprägung kaum eine andere Pkw-Gattung zu bieten hat.
Bis zu neun Sitzplätze oder mehr als sechs Kubikmeter Ladevolumen wird man zum Beispiel weder bei den angesagten Crossover-Modellen und bei SUVs oder Geländewagen finden. Bei anderen Kleinbussen wie VW T6, Mercedes V-Klasse, Ford Transit oder Opel Movano, und wie die Konkurrenzmodelle alle heißen, natürlich schon.
Das ist uns aufgefallen: Willkommen an Bord! Wer in den neuen Proace Verso einsteigt, der fühlt sich ein bisschen wie in einem Ferienflieger. Der Fahrer, weil ihm auf dem Platz vorne links die Welt zu Füßen liegt und er obendrein - zum ersten Mal in einem Auto dieser Klasse - ein Head-up-Display vor Augen hat. Und die Hinterbänkler, weil es im Fond tatsächlich so ähnlich zugeht wie in einem Flugzeug. Es gibt Klapptische in den Lehnen der Vordersitz sowie Klimaausströmer und separate Leselichter über jedem Platz in der Deckenkonsole.
Der Toyota Proace im Video:
Anders als an Bord einer Boeing oder eines Airbus kann man in diesem Kleinbus allerdings nicht nur die Neigung der Rückenlehnen verstellen, sondern die Sitzreihen auch verschieben, um beispielsweise die Beinfreiheit zu vergrößern. Und bei bis zu 2932 Liter Kofferraumvolumen sieht der Proace-Pilot, anders als der Purser im Jet, die Sache mit dem Handgepäck sicher nicht so eng.
Ähnlich wie im Flugzeug hat übrigens auch Toyota eine Zwei-Klassen-Gesellschaft etabliert und neben den schlichteren Versionen Shuttle und Family eine VIP-Variante aufgelegt. Dann gibt es statt der beiden Sitzbänke mit insgesamt sechs Plätzen bis zu sechs Einzelsitze im Fond, die man auch entgegen der Fahrtrichtung platzieren und sogar mit einem Konferenztisch kombinieren kann.
Autogramm Toyota Proace Verso: Kastenweise
Ob Economy oder Business - je länger man den Proace zwischen Alltag und Urlaub nutzt, desto mehr pfiffige Details entdeckt man. Allein die Türen zum Beispiel bieten etliche nützliche Ablagen. In engen Parklücken kann man statt der großen Klappe auch nur die Heckscheibe öffnen, um an eine Jacke oder eine Tasche im Gepäckraum zu gelangen. Und nach einem angedeuteten Fußtritt unters Auto gleiten beim Proace Verso die seitlichen Schiebetüren automatisch auf oder zu. Davon hat man in der Praxis mehr als von den vielen Plastikteilen in Chrom- oder Kupferoptik, mit denen Toyota einen Hauch von Finesse ins funktionale Cockpit zu bringen versucht.
Das muss man wissen: Der Proace ist ein Multitalent. Wenn der Kleinbus Mitte September in den Handel kommt, dann gibt es ihn zu Preisen ab 35.300 Euro nicht nur in der hier vorgestellten Variante Verso, sondern ab etwa 10.000 Euro weniger auch als rustikaleren Kastenwagen, Kombi oder Doppelkabinen-Kleinlaster. Und wie üblich bei Nutzfahrzeugen entstammt er einer groß angelegten Kooperation. In diesem Fall arbeitet Toyota mit dem PSA-Konzern zusammen, und der Proace wird in einer gemeinsamen Fabrik in Frankreich neben den Peugeot-Modellen Expert und Traveller sowie den Citroën-Typen Jumpy und Spacetourer gebaut.
Toyota bietet den Proace mit zwei Radständen, in drei Längen und mit zwei Diesel-Motoren in vier Leistungsstufen an. Los geht es mit einem 1,6-Liter-Selbstzünder mit 95 oder 116 PS, darüber rangiert ein 2,0-Liter-Aggregat mit 150 oder 177 PS. Wir waren mit dem 150-PS-Modell unterwegs und mögen uns die Fahrt mit einem kleineren Motor kaum vorstellen. Denn schon die 2,0-Liter-Maschine hatte trotz 370 Nm maximalem Drehmoment reichlich Mühe mit dem Wagen. Mit einem Kombi oder SUV kann und darf man weder Dynamik noch Komfort des Proace Verso vergleichen. Der Proace fährt in der Liga der ehrlichen Arbeiter und benimmt sich dafür überraschend gutmütig und feinfühlig. Wer den Wagen nicht unter Termindruck und am Limit bewegt, erlebt ihn als genügsamen Kilometerfresser.
Das werden wir nicht vergessen: Wer die Variabilität und vor allem den Stauraum in diesem großen Kasten ausnutzen möchte, der muss zupacken können: Bei knapp 20 Kilo Gewicht pro Einzelsitz muss man beim Ausbauen schon Kraft aufbringen.
| Hersteller: | Toyota |
|---|---|
| Typ: | Proace Verso |
| Karosserie: | Van |
| Motor: | Vierzylinder-Turbodiesel |
| Getriebe: | Sechsgang-Schaltgetriebe |
| Antrieb: | Front |
| Hubraum: | 1.997 ccm |
| Leistung PS: | 150 PS |
| Leistung kW: | 110 kW |
| Drehmoment: | 370 Nm |
| Von 0 auf 100: | 11 Sek. |
| Höchstgeschw.: | 170 km/h |
| Verbrauch (ECE): | 5,3 Liter |
| CO2-Ausstoß: | 139 g/km |
| Kofferraum: | 603 Liter |
| umgebaut: | 2.381 Liter |
| Maße: | 4956 / 1920 / 1890 |
| Preis: | 40.150 € |