Autogramm Ford Kuga: Verstanden
Autogramm Ford Kuga Die Quatschkiste
Der erste Eindruck: Na, ein bisschen zugenommen? War der Kuga früher mal ein drahtiger SUV, sieht der kompakte Geländewagen mittlerweile aus wie ein Sportler, der ein wenig aus dem Leim gegangen ist. Der deutlich größere Grill und die neue Motorhaube machen das nicht besser.
Das sagt der Hersteller: Ford-Entwicklungschef Joe Bakaj hebt beim Facelift für den Kuga vor allem die elektronischen Errungenschaften heraus. Insbesondere rühmt der Ingenieur die erweiterte Sprachsteuerung des Infotainment-Systems Sync3.
Das ist uns aufgefallen: Quatschen und tatschen - mehr muss der Fahrer tatsächlich nicht tun, wenn er den neuen Kuga bedienen will. Wo sich früher die Finger in einem Dickicht aus Schaltern und Tastern verloren, prangt jetzt in der aufgeräumten Mittelkonsole der acht Zoll große Bildschirm mit berührungsempfindlicher Oberfläche. Auf dem Touchscreen kann man alles Nötige bedienen.
Wer den Finger nicht krumm machen will, kann die meisten Eingaben aber auch per Sprache erledigen. Und zwar ohne vorher erst Befehle pauken zu müssen. Sätze wie "Ich will einen Kaffee", "Ich möchte tanken" oder "Bitte im Büro anrufen" versteht das System auch im freien Dialog.
Über das Sync3-System und die Funktionen Apple Carplay oder Android Auto lässt sich außerdem das Smartphone integrieren. Das heißt zum Beispiel, dass Handy-Apps auf dem Acht-Zoll-Bildschirm gespiegelt werden können oder über die Sprachsteuerung des Autos auf Apples Assistent Siri eingeredet werden kann.
Die Zahl der Knöpfe und Tasten im Cockpit wurde durch das neue System deutlich reduziert, doch im Mitteltunnel ist dafür ein neuer Schalter hinzugekommen - und das ist auch gut so: Denn mit der Modellpflege wird die antiquierte Handbremse durch eine elektrische Feststellbremse ersetzt. An die Stelle des langen Hebels rückt ein kleines Knöpfchen, und der damit frei gewordene Platz dient jetzt als Ablage.
In diesem Video kann man einen Blick auf und in den Wagen werfen:
Ford feierte die Europapremiere für den Facelift des Kuga nicht umsonst zunächst im Frühjahr auf der Handy-Messe Mobile World Congress in Barcelona und dann erst auf einem Automobilsalon - schließlich wurde bei dem Auto vor allem die Elektronik poliert. Fahren kann der Wagen aber auch.
Der Kuga ist nicht ganz so knackig und sportlich abgestimmt wie zum Beispiel der Ford Focus und rollt entsprechend entspannter dahin. Auf der Landstraße mag einem deshalb das letzte Quäntchen Bestimmtheit fehlen, aber auf der Autobahn erweist sich der Kuga dafür umso mehr als gelungenes Reiseauto mit reichlich Platz auf allen Plätzen und üppigen Kofferraumvolumen.
Das muss man wissen: In den Handel kommt der aufgefrischte Kuga erst Anfang 2017 - zu Preisen ab 23.300 Euro für die Versionen mit Front- und 25.050 Euro mit Allradantrieb.
Zur Wahl stehen dann ein 1,5 Liter großer Benziner mit 120, 150 oder 182 PS, ein neu ins Programm genommener 1,5-Liter-Diesel mit 120 PS, Frontantrieb und einem Normverbrauch von 4,4 Litern sowie der 2,0-Liter-Diesel mit 150 oder 180 PS. Vor allem in der stärkeren Version hinterlässt er einen guten Eindruck - kein Wunder, bei maximal 400 Nm und einer Doppelkupplung, die ihre sechs Gänge kaum merklich wechselt.
Neben den Aggregaten wurden auch die Fahrassistenzsysteme optimiert: Die City-Notbremsfunktion hat jetzt einen erweiterten Aktionsradius und die Parksensoren warnen beim Rangieren aus unübersichtlichen Lücken nicht nur vor statischen Hindernissen, sondern auch vor plötzlichem Querverkehr hinter dem Auto.
Das werden wir nicht vergessen: Wie leise der Kuga ist. Schon beim Anlassen ist von dem großen Diesel nichts mehr zu hören, beim Fahren erst recht nicht. Das dient nicht nur der Entspannung, sondern hilft auch beim Verständnis zwischen Mensch und Maschine. Denn was nützt die beste Software zur Sprachsteuerung, wenn die Befehle im Motorenlärm untergehen?
| Hersteller: | Ford |
|---|---|
| Typ: | Ford Kuga |
| Karosserie: | Geländewagen |
| Motor: | Vierzylinder-Common-Rail-Diesel |
| Getriebe: | 6-Gang-Doppelkupplungsautomatik |
| Antrieb: | Allrad |
| Hubraum: | 1.997 ccm |
| Leistung PS: | 180 PS |
| Leistung kW: | 132 kW |
| Drehmoment: | 400 Nm |
| Von 0 auf 100: | 10 Sek. |
| Höchstgeschw.: | 200 km/h |
| Verbrauch (ECE): | 5,2 Liter |
| CO2-Ausstoß: | 134 g/km |
| Kraftstoff: | Diesel |
| Kofferraum: | 456 Liter |
| umgebaut: | 1.653 Liter |
| Gewicht: | 1.716 kg |
| Maße: | 4535 / 1856 / 1760 |
| Preis: | 35.850 € |